Sanierung und Erweiterung des St. Karli-Schulhaus wird teurer als erwartet

LUZERN ⋅ Das Schulhaus St. Karli soll um einen eingeschossigen Anbau im Norden und einen zweigeschossigen Neubau im Westen erweitert werden. Während der Sanierungs- und Bauarbeiten werden die Schüler in provisorischen Modulbauten aus Holz unterrichtet
17. April 2018, 13:54

Hugo Bischof
hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Die Schulanlage St. Karli in der Stadt Luzern soll 2021 und 2022 saniert und erweitert werden. Für die Projektierung beantragt der Stadtrat beim Grossen Stadtrat nun einen Kredit von 1,1 Millionen Franken. Während der zwei Jahre dauernden Sanierung sollen der Unterricht und die Betreuungsangebote in Modulbauten aus Holz verlegt werden. Für deren Kauf beantragt der Stadtrat beim Parlament zusätzlich 8,3 Millionen Franken.

Eine Machbarkeitsstudie habe gezeigt, dass die Bedürfnisse der Volksschule «im heutigen Schulhaus nicht umgesetzt werden können». Diese sagte Volksschulrektorin Vreni Völkle an einer Medienorientierung vom Dienstag. Unter anderem fehlten Gruppen- und Arbeitsräume und ein Mehrzweckraum. Zudem müsse in der Betreuung ausgebaut werden.

Mehr Platz für die Betreuung

Um der Volksschule die benötigten Räume zur Verfügung zu stellen, soll nun zusätzlich zur Sanierung im Norden der Schulanlage ein eingeschossiger Anbau realisiert werden. Darin werden die Garderoben, Duschen und WC-Anlagen für die Turnhalle sowie im östlichen Bereich ein Mehrzweckraum untergebracht. Zudem ist im Westen der Anlage für die Betreuung ein zweigeschossiger Neubau vorgesehen. Er soll genügend Raum bieten, damit 40 Prozent der Schüler und Kindergärtler das Betreuungsangebot nutzen können. «Heute sind es lediglich 30 Prozent», so die Rektorin.

Die grobe Kostenschätzung für die gesamten Investitionskosten (ohne provisorische Modulbauten) beträgt zum heutigen Zeitpunkt rund 19,8 Millionen Franken – «plus/minus 25 Prozent», sagte Stadträtin und Baudirektorin Manuela Jost (GLP). Das ist deutlich mehr, als die Stadt noch vor gut einem Jahr in Aussicht gestellt hatte. Damals war von rund 14 Millionen Franken die Rede. Gemäss Teddy Henzi, Ressortleiter Infrastruktur Volksschule, sind die Mehrkosten grösstenteils auf die Erweiterungs- und Zusatzbauten zurückzuführen.

Modulbauten insgesamt «günstigste Variante»

Während der zwei Jahre dauernden Gesamtsanierung kann im Schulhaus nicht unterrichtet werden. Für die Übergangslösung habe man zuerst in einem bestehenden Gebäude im Quartier geeignete Räume gesucht, sagte Manuela Jost. Im Visier stand dabei zuletzt die Hochschule Luzern – Design und Kunst an der Baselstrasse. «Hier müssten die Schulkinder jedoch eine viel befahrene Strasse überqueren; deshalb kam diese Lösung aus Sicherheitsüberlegungen nicht in Frage.»

Deshalb prüfte der Stadtrat die Vor- und Nachteile von provisorischen Lösungen wie Containern und Modulbauten. «Dabei hat sich der Kauf von Modulbauten aus Holz als die wirtschaftlich günstigste Variante herausgestellt», sagte Stadträtin Jost. Modulbauten sind zwar im Kauf teurer. Ihre Lebensdauer ist mit zirka 20 Jahren aber deutlich höher als jene von Containern, deren Nutzung gemäss Angaben der Stadt nur für kurzfristige Einsätze geeignet sind.

«Schon nach vier Jahren Nutzung sind Modulbauten auch finanziell rentabel», so Jost. Die Modulbauten sollen nach dem Abbau beim St.-Karli-Schulhaus als Übergangslösungen für weitere Schulhaus-Sanierungen dienen, zunächst bei der Schulanlage Littau Dorf. Insgesamt müssen in den nächsten 15 bis 20 Jahren in der Stadt Luzern zehn Schulhäuser saniert werden. In welcher Reihenfolge – das soll eine Studie aufzeigen. Deren Resultate werden Anfang 2019 erwartet. Vorteile haben Modulbauten gemäss Stadt auch hinsichtlich der Aufenthaltsqualität. «Sie haben ein deutlich besseres Raumklima als Container», sagte Infrastruktur-Leiter Teddy Henzi. Bei der kürzlichen Sanierung des Maihof-Schulhauses habe man mit Containern diesbezüglich «schlechte Erfahrungen» gemacht.

Die Modulbauten und der Bau-Installationsplatz werden grosse Teile des heutigen St.-Karli-Pausenplatzes belegen. «Das macht uns zurzeit noch etwas Sorgen», sagte Rektorin Völkle. Etwa 230 Primarschüler besuchen zurzeit das St. Karli-Schulhaus. Die Standorte der Schulraumprovisorien und Baustelleninstallationsplätze werden in der Projektierungsphase noch optimiert und definitiv festgelegt. Es werde viel Wert auf die Sicherheit der Kinder und Lehrpersonen während der Sanierungsphase gelegt.

Baubeginn später als erwartet

Im vom Stadtrat für den Kauf der Modulbauten beantragten Kredit von 8,3 Millionen Franken sind auch die Kosten für das Aufstellen des Provisoriums sowie Anfang 2023 der Umzug auf die Schulanlage Littau Dorf inbegriffen.

Der Grosse Stadtrat wird voraussichtlich am 17. Mai über die beiden Kredite befinden. «Läuft alles nach Plan, wird die Volksabstimmung über den Baukredit im Mai 2020 stattfinden», sagte Baudirektorin Manuela Jost (GLP). Ziel sei es, im Januar 2021 mit den Bauarbeiten zu beginnen und sie im Dezember 2022 zu beenden. Im Januar 2023 könnte das renovierte und erweiterte Schulhaus bezogen werden.

Damit wird die Sanierung nun doch wieder ein Jahr später realisiert, als noch vor einem Jahr in Aussicht gestellt: Damals hatte man optimistisch mit einem Baubeginn im Jahr 2020 gerechnet.

Video: Rundgang im St. Karli Schulhaus in Luzern

Das Schulhaus St. KArli in der Stadt Luzern soll saniert werden. Christophe Zemp, Bauherrenvertreter Immobilien Stadt Luzern, führt uns durch das Gebäude und erklärt, wo Sanierungsbedarf besteht. (Hugo Bischof, 17.04.2018)




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