559 Personen haben 2017 den Schweizer Pass erhalten

STADT LUZERN ⋅ Die Zahl der Einbürgerungsgesuche hat in der Stadt Luzern stark zugenommen. Grund für die starke Zunahme ist gemäss Einbürgerungskommission die neue Gesetzgebung, die am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist.
11. April 2018, 16:13

350 Gesuche zur Einbürgerung sind im vergangenen Jahr bei der entsprechenden Kommission der Stadt Luzern eingegangen. Das sind 120 mehr als im Vorjahr, als 230 Gesuche eingereicht wurden. Grund für die starke Zunahme ist gemäss Einbürgerungskommission die neue Gesetzgebung, die am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist. So kann heute etwa nur noch ein Gesuch gestellt werden, wenn die betroffene Person über einen Ausweis C verfügt. Vor dem Jahreswechsel war die Einbürgerungen auch mit den F- und B-Ausweisen möglich. Wer Sozialhilfe bezieht, kann  heute kein Gesuch mehr stellen. Ebenso muss neu ein Deutschtest absolviert werden. Die verschärften Massnahmen ab Januar 2018 begründen gemäss Felix Kuhn, Präsident der Einbürgerungskommission der Stadt Luzern, die Zunahme an Gesuchen im Jahr 2017. Allein im Monat Dezember 2017 sind 100 Gesuche eingegangen – so viele wie noch nie in einem Monat. Das hängt auch damit zusammen, dass die Stadt Ende 2017 proaktiv auf die Möglichkeiten zum Erwerb des Schweizer Passes hingewiesen hat.

Von den behandelten 371 Gesuchen (629 Personen) – nicht zu verwechseln mit den 350 eingereichten Gesuchen – wurden vier abgewiesen, wie Kuhn im aktuellen Tätigkeitsbericht schreibt. Keine Zusicherung erhalten haben etwa Personen, die gegen die Rechtsordnung verstossen haben. Bei 66 Personen wurde das Gesuch sistiert. Das entspricht einem Anteil von 10 Prozent. «Sistiert wird ein Gesuch, wenn etwa die Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen oder wenn Betreibungen vorliegen», erklärt Kuhn. Insgesamt haben letztes Jahr 559 Personen in der Stadt Luzern den Schweizer Pass erhalten. 

Deutsche stellen am meisten Gesuche 

Mit 14 Prozent wurden die meisten Gesuche von deutschen Staatsangehörigen eingereicht, gefolgt von Kosovo (13 Prozent) und Sri Lanka (9 Prozent). Kuhn hat auch eine Erklärung, dass so viele Deutsche den Schweizer Pass beantragen: «Ein Doppelpass war für die Deutschen bis vor wenigen Jahren nicht möglich, weil Deutschland dies nicht erlaubte.» Die Praxis wurde dann geändert. «Seit einiger Zeit steht nun erneut eine Abschaffung der Doppelbürgerschaft zur Debatte», so Kuhn. Darum würden derzeit viele Deutsche ein Einbürgerungsgesuch stellen.

kuy


Anzeige: