Alter für Kindergarteneintritt soll erhöht werden

LUZERN ⋅ Im Kanton Luzern sollen nach Schulende alle Lehrlinge mindestens 15 sein und so die Bedingungen des Arbeitsgesetzes erfüllen. Die Regierung hat eine Gesetzesänderung in die Vernehmlassung geschickt, mit der auch das Eintrittsalter in den Kindergarten verschoben werden soll.

31. März 2015, 11:25

Konkret soll der Stichtag für den Eintritt in den obligatorischen Kindergarten um drei Monate vom 1. November auf den 31. Juli verschoben werden, wie die Luzerner Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Kinder, die vor dem Stichtag Geburtstag haben, müssen den Kindergarten im selben Jahr besuchen. Damit wären Kinder beim Eintritt ins freiwillige, erste Kindergartenjahr mindestens 4 Jahre und beim Eintritt ins obligatorische, zweite Kindergartenjahr mindestens 5.

Nach geltendem Recht sind die jüngsten Kinder 4 3⁄4 Jahre alt, wenn sie den obligatorischen Kindergarten besuchen. Durchlaufen diese die Schulzeit ordentlich und beginnen im Anschluss eine Berufslehre, sind sie bei Lehrbeginn noch nicht 15-jährig. Die Jugendlichen dürfen dann nur mit einer Ausnahmebewilligung des kantonalen Arbeitsamts arbeiten. Dafür sind die schriftliche Zustimmung der Eltern sowie eine ärztliche Bescheinigung nötig.

Die neue Regelung, mit der bürokratische Hürden beseitigt werden, soll ab Sommer 2016 in Kraft treten. Ab dann müssen alle Gemeinden im Kanton den Zweijahreskindergarten anbieten.

Die von der Regierung vorgeschlagene Änderung geht auf ein Anliegen aus dem Parlament zurück. Dieses hatte im Juni 2013 eine Motion von Jakob Lütolf (CVP) überwiesen. Die neue Regelung würde derjenigen in zahlreichen anderen Kantonen entsprechen.

Obligatorische Kurse bei mangelnden Deutschkenntnissen

Weiter sollen Eltern im Kanton Luzern verpflichtet werden können, ihr Kind noch vor dem Eintritt in den Kindergarten in ein Angebot zur sprachlichen Frühförderung zu schicken, wenn es nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt. Die Gemeinden müssten demnach bis Sommer 2018 entsprechende Angebote anbieten.

Die frühe Sprachförderung sei Teil eines Konzepts zur frühen Förderung, das der Kantonsrat 2010 verlangt und der Regierungsrat im Juli 2014 beschlossen hatte, heisst es in der Mitteilung.

Mit der geplanten Teilrevision des Volksschulbildungsgesetzes werden auch die Aufgaben zwischen Gemeinderat, Schulpflegen, die neu Bildungskommission heisst, und Schulleitung neu geordnet. Zudem soll neben der Berufsberatung, psychologischen und therapeutischen Diensten auch explizit die Schulsozialarbeit zu den Schulischen Diensten zählen.

Die Vernehmlassung zur Teilrevision des Volksschulbildungsgesetzes dauert bis am 30. Juni 2015. (sda)


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