Altersheim soll definitiv im Grossfeld gebaut werden

KRIENS ⋅ Der Krienser Einwohnerrat will an seinen früheren Entscheiden nicht mehr rütteln: Das heutige Altersheim Grossfeld soll durch einen Neubau ersetzt werden. Der Rat lehnte ein Postulat von SP-Einwohnerrat Cla Büchi mit 10 Ja- zu 18 Nein-Stimmen ab.
13. April 2017, 15:51

Das Postulat verlangte, dass anstelle des Grossfeld-Neubaus eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher geprüft wird. Der Gemeinderat soll dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. 

Büchi begründete sein Postulat damit, dass eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher nicht vertieft geprüft worden sei. Diese Variante sei um bis zu 15 Millionen Franken günstiger als ein Neubau auf dem Grossfeld. Dort wird mit Investitionen von rund 54 Millionen Franken gerechnet. Zudem, so Büchi weiter, könne das Grossfeld-Areal im Baurecht abgegeben werden. Dadurch könne die Gemeinde Geld einnehmen, was aufgrund der schwierigen Finanzlage gelegen komme.
Unterstützung erhielt Büchi einzig von der SVP-Fraktion. Die Argumente des Gemeinderats, der sich gegen das Postulat wehrt, seien pseudomässig, sagte Räto Camenisch. «Man sollte eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher zumindest prüfen. Die Gemeinde könnte enorm Geld sparen.» Zudem betonte Camenisch, dass «Denkverbote immer schlecht» seien.

Grüne, CVP und FDP unterstützten das Postulat nicht. Sie stellten sich auf den Standpunkt, dass eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher bereits 2011 geprüft und verworfen worden sei. Weitere Argumente waren, dass auf gleicher Fläche noch mehr Betagte leben würden und, dass die Zukunft des Grossfelds ungewiss sei. Denn die Denkmalpflege will auf eine Unterschutzstellung des bestehenden Baus verzichten, wenn auf dem Grossfeld ein neues Heim gebaut wird. Wie sie bei einer anderen Nutzung entscheidet, ist unklar.

Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP) wies zudem darauf hin, dass der Einwohnerrat bereits mehrfach Signale zu Gunsten eines Neubaus auf dem Grossfeld ausgesendet habe. Zuletzt zu Beginn dieses Jahres, als die Auslagerung der Krienser Heime im Rat beschlossen wurde. Das Parlament entschied damals, dass es bei der Gestaltung des Grossfelds mitreden will, auch wenn der Neubau von der neuen Heim AG finanziert wird. Wolle der Rat nun doch eine Erweiterung des Alterszentrums Zunacher prüfen, würde er widersprüchliche Signale aussenden, so Sidler. «Das sollte man nicht ohne Not tun. Die Ausgangslage hat sich nicht verändert.»

Christian Glaus


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