Neue Behörde in der Stadt Luzern ist auf Kurs

LUZERN ⋅ Die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) der Stadt Luzern hat ihre Aufbauphase ohne Schwierigkeiten und Unruhe bewältigt. Zu diesem Schluss kommt der Stadtrat. Auch finanziell hat es keine bösen Überraschungen gegeben.

24. Februar 2015, 16:03

Die 2013 eingeführten KESB stünden oft im Zentrum polemischer Diskussionen, schreibt die Stadtregierung in ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Die Behörden müssten unter grossem Arbeitsdruck oft in sehr kurzer Zeit Entscheidungen fällen, die existenzielle Belange von Kindern und Erwachsenen betreffen würden.

Die Schaffung der neuen Behörde brachte organisatorisch wie auch materiell eine grosse Änderung. Die Stadt habe davon profitieren können, dass sie dank ihrer Grösse bereits über eine professionelle Vormundschaftsbehörde verfügt habe, schreibt die Stadtregierung. Die KESB Luzern habe die Aufbauphase im Gegensatz zu anderen KESB ohne Schwierigkeiten und Unruhen bewältigen können.

Die schon vor der Schaffung der KESB festgestellte steigende Zahl von Fällen hat sich fortgesetzt. Jedes Jahr müssen gemäss des Berichts rund 4 Prozent mehr Massnahmen angeordnet werden.

Mehr zu tun als eine ländliche KESB

Im Vergleich mit den anderen sechs KESB im Kanton Luzern hat die der Stadt pro 1000 Einwohner mehr Fälle zu behandeln. Der Stadtrat führt dies auf die Zentrumsfunktion der Stadt und die Anonymität in ihr zurück. Gemessen an den hohen Fallzahlen stünden der KESB der Stadt Luzern aber verhältnismässig wenige Stellen zur Verfügung.

Die KESB der Stadt Luzern besteht aus zwei Behördenkammer und drei Fachdiensten (Rechtsdienst, Sozialabklärungsdienst, Kanzlei). Für den Betrieb ab 2016 schlägt der Bericht vor, die Anzahl Verfahren pro KESB-Mitglied zu verringern und deshalb die Kammern zu vergrössern. Um dies zu erreichen, sollen auch Pensen vom Rechtsdienst zur Behörde verschoben werden.

Die Behördenmitglieder könnten in Zukunft ihre zentrale Rolle in der Verfahrensleitung besser wahrnehmen, heisst es in dem Bericht. Ferner werde die Zahl der Schnittstellen abgebaut, da jedes Behördenmitglied mehr Aufgaben selber wahrnehmen könne.

Aufgrund der erwarteten Fallzahlen, der heutigen Personalsituation und der vorgeschlagenen organisatorischen Massnahmen müssten die Pensen um 1,2 Vollzeitstellen auf 24,4 Stellen ausgebaut werden.

Trotz dieser Pensenerweiterung entwickeln sich die Kosten der KESB innerhalb der Erwartungen. Bei der Planung der neuen Behörde war die Stadt 2012 ab dem Jahr 2016 mit einem jährlichen Gesamtbedarf von 3,96 Millionen Franken ausgegangen. Gemäss der nun durchgeführten Evaluation ist der Bedarf 150'000 Franken tiefer.

Es sei somit kein zusätzlicher Aufwand entstanden, der in der längerfristigen Finanzplanung noch nicht berücksichtigt gewesen wäre, schreibt der Stadtrat in seinem Bericht. (sda)


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: