Beim Publikum erfolgreich - finanziell weniger

BLUE BALLS-FESTIVAL ⋅ Das 22. Blue Balls Festival in Luzern ist als Publikumserfolg zu Ende gegangen. Die Auslastung der Konzerte im KKL war gestiegen. Finanziell bleibt unter dem Strich dennoch ein Verlust. Grund sind ein Rückgang von 20 Prozent bei den Pin-Verkäufen und weniger Sponsoren.

27. Juli 2014, 12:16

Am Samstagabend ging das neuntägige Festival im ausverkauften KKL mit einer dreistündigen Show der Söhne Mannheims zu Ende. Als Gäste standen befreundete Künstler wie BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken, Soulsängerin Nneka und «The Voice Kids»-Gewinnerin Michèle Bircher sowie die Flying Steps auf der Bühne. Das Konzert soll später als Live-Album veröffentlicht werden.

Blue-Balls-Direktor Urs Leierer zog nach neun Festivaltagen am Sonntag vor den Medien mehrheitlich eine positive Bilanz. Trotz Regen, der die Festivalstimmung an einzelnen Abenden etwas getrübt habe, seien die Veranstaltungen am Luzerner Seebecken von über 100'000 Fans besucht worden. Die Zahl entspricht dem in den Vorjahren kommunizierten Besucheraufkommen.

  • Stimmgewaltig: Paloma Faith am 25. Juli am Blue Balls Luzern.

Das Blue Balls 2014 ist Geschichte. Die besten Bilder vom Festival.

Mit dem Programm zeigte sich der Festivalleiter ebenfalls zufrieden. Die Konzerte seien beim Publikum sehr gut angekommen. Die Auslastung der Konzerte im KKL stieg laut Leierer gegenüber dem Vorjahr von 80 auf 86 Prozent.

Zu den musikalischen Höhepunkten und Publikumsmagneten zählten dieses Jahr internationale Stars wie Ed Sheeran, Passenger, James Blunt, Paloma Faith, Joss Stone und Archive.

Einbruch bei Sponsoring und Werbung

Finanziell wird das Festival unter dem Strich allerdings einen Verlust einfahren, wie der Blue-Balls-Chef erklärte. Grund für das negative Ergebnis sind gemäss Leierer ein «drastischer Einbruch» beim Sponsoring und bei den Werbeeinnahmen. Genaue Zahlen gab er nicht bekannt.

Im Vorfeld des Festivals hatten mehrere Sponsoren ihre Zusammenarbeit auslaufen lassen. Leierer begründete die Situation mit stetigen Änderungen im Kultursponsoring. Er äusserte sich aber zuversichtlich, für die nächste Blue-Balls-Ausgabe wieder neue zusätzliche Sponsoren zu finden.

Wie schon in früheren Jahren kam es 2014 erneut zu einem Verkaufsrückgang bei den Festival-Pins. Dieses Jahr seien aus unbekannten Gründen rund 20 Prozent weniger Pins verkauft worden, sagte Leierer. Mit dem 20-fränkigen Abzeichen können Besucher das Festival und die kostenlos angebotenen Konzerte im Pavillion und vor dem KKL unterstützen.

Kritik an Polizeikosten

Die Blue-Balls-Organisatoren müssen zudem dieses Jahr erstmals für die Präsenz von Polizeipatrouillen am Festival mit rund 14'500 Franken aufkommen. Zuvor hatte der Kanton Luzern die Gebührenverordnung der Polizei geändert, wonach Veranstalter von Grossanlässen für zusätzliche Polizeipräsenz zahlen müssen. Dabei gibt es Ausnahmen etwa für Brauchtumsfeste.

Direktor Urs Leierer legte gegen die Neuregelung der Behörden Beschwerde ein, wie er sagte. Sie grenze an Willkür. Das Blue Balls verfolge keine kommerziellen Zwecke und sei nur Dank rund 400 freiwilligen Helfern durchführbar, sagte er.

Das nächste Blue Balls Festival soll vom 17. bis 25. Juli 2015 stattfinden. Abstriche bei der 23. Ausgabe will Leierer trotz finanzieller Engpässe nicht machen. Eher würde er das Festival einstellen, als es reduzieren, sagte der passionierte Festivalgründer.

Um das Blue Balls Festival langfristig finanziell zu sichern und zu verankern, hatte der Direktor im Frühling eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Diese soll das finanzielle Rückgrat des Vereins Luzerner Blues Session mit 22 aktiven Mitgliedern werden. Die Stiftung soll unter anderem Kapital für finanziell magere Jahre äufnen, wie Leierer sagte.


 


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