Born führt neu Gemeindeverband

WAHL ⋅ Der Verband der Luzerner Gemeinden hat Rolf Born zum neuen Präsidenten gewählt. Dieser will, dass der Verband mehr ist als ein politisches Vehikel.
13. April 2017, 08:00

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

Der neue Präsident des Verbandes der Luzerner Gemeinden (VLG) heisst Rolf Born. Der 55-jährige Emmer Gemeindepräsident und FDP-Kantonsrat wurde an der gestrigen Generalversammlung von den rund 70 Delegierten einstimmig ins Amt gewählt. Born ist seit 2014 Mitglied des VLG-Vorstands und leitet dort den Bereich Justiz und Sicherheit. Er wird per Juni den Reidener Hans Luternauer (FDP) an der Spitze des Verbandes ablösen.

Wohin soll sich der VLG unter dem neuen Präsidenten entwickeln? Born will sich diesbezüglich noch nicht allzu tief in die Karten blicken lassen: «Welche Schwerpunkte ich setzen werde, entscheide ich nach einer Auslegeordnung mit dem Vorstand.» Fest stehe aber folgendes: «Wir müssen sowohl bei der internen wie auch der externen Kommunikation zulegen – beispielsweise bei Vernehmlassungen.» Man dürfe den VLG denn auch nicht nur als politisches Werkzeug sehen: «Man muss uns vermehrt als Dienstleister in Sachen Wissenstransfer zwischen Gemeinden und Kanton verstehen und nicht nur dann wahrnehmen, wenn wir ein Referendum androhen.»

Nach Turbulenzen zur politischen Kraft

Der abtretende Hans Luternauer, früherer Gemeindepräsident von Reiden, präsidierte den Verband während der vergangenen sechs Jahre. In dieser Zeit durchlebte der VLG zunächst heftige Turbulenzen und erstarkte danach merklich. So trat Ende 2014 die Stadt Luzern aus dem Verband aus. Grund: Die Interessen der Stadt würden vom VLG ungenügend wahrgenommen. Auch andere Gemeinden drohten mit dem Ausstieg. «Daraufhin revidierten wir unsere Statuten», sagt Luternauer rückblickend. «Wollte man früher stets eine geschlossene Meinung vertreten, werden seither regionale Unterschiede besser anerkannt.» Dies hat offensichtlich Wirkung gezeigt. Der VLG ist seither zu einer effektiven politischen Kraft geworden. Dies zeigte sich besonders deutlich bei den Diskussionen zum Sparpaket KP 17: Diverse Sparmassnahmen, welche die Gemeinden belastet hätten, konnte der VLG durch politischen Druck im Keim ersticken. «Es geht uns nicht darum, die kantonale Politik zu diktieren. Wir wollen konstruktiv mit dem Kanton zusammenarbeiten», betont Luternauer. Sein Wunsch für die Zukunft: dass die Stadt Luzern in den nächsten zwei Jahren den Wiedereinstieg beschliesst.

Als Ersatz für Rolf Born wurde Peter Obi (53), Gemeindepräsident von Ettiswil, neu in den Vorstand gewählt.


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