Dicke Luft wegen Carparkplätzen in der Stadt Luzern

VERKEHR ⋅ Im Brüelmoos will der Stadtrat mehr Carparkplätze schaffen. Das löst im Quartier heftige Reaktionen aus. Nun kommt es zur Aussprache, doch die Stadt dämpft die Hoffnungen.
20. März 2017, 05:00

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Weniger Carparkplätze beim Inseli, dafür aber mehr beim Brüelmoos und Alpenquai: Diese Pläne hat der Luzerner Stadtrat kürzlich bekannt gegeben, um ein grüneres Inseli zu realisieren (Ausgabe vom 7. März). Im Brüelmoos sollen es 20 zusätzliche Parkplätze sein. Dort ist man davon nicht begeistert, wie Leserbriefe von Anwohnern zeigen. So kritisiert Roland Grüter, dass die Cars weg vom Inseli kommen sollen, «das noch kein Naherholungsgebiet ist, es aber werden möchte». Dafür würden sie in ein bestehendes Naherholungs- und Wohnungsgebiet verlagert.

Felix Lüthy spricht gar von einem «menschenverachtenden Entscheid», weil «für ein lebendiges Inseli eine ganze Quartier-Wohnbevölkerung unter der Blechlawine leiden soll». Heidy Schuppisser aus Meggen hält ebenfalls nichts von dem Plan und bezeichnet die Ideen der Stadtregierung mit Blick auf die Staulage in der Haldenstrasse als «immer grotesker». In dieser staut es in Richtung Stadtzentrum regelmässig.

«Repräsentativ für die Stimmung im Quartier»

Mit ihrer Meinung sind die drei offenbar nicht allein: Laut Josef Galetti, Präsident des Quartiervereins Seeburg, Würzenbach, Büttenen, sind sie repräsentativ für die Stimmung im Quartier. Auch er habe einige Rückmeldungen dazu bekommen. «Der geplante Ausbau der Plätze ist zwar bekannt gewesen, vom Ausmass wurden wir aber absolut überrumpelt.» Mehr Cars würden demnach auch die Probleme verstärken. Die Anwohner stören sich vor allem an folgenden zwei Punkten: «Im Sommer laufen die Motoren wegen der Kühlung dauernd. Das verursacht stinkende Abgase und Lärm.» Daran störten sich Anwohner, die im Sommer auf ihren Balkonen sein möchten. Das zweite Problem sei das Umparkieren der Cars, das wegen der vorhandenen Reinigungsstation für Car-WCs entstehe. «Auch hier kommt es zu Lärm durch die Warnsignale der Fahrzeuge beim Retourfahren.»

Zudem bemängelt Galetti die Leerfahrten der Cars durch die ohnehin stark frequentierte Haldenstrasse oder die Lidostrasse. Diese würden durch das Ausladen der Touristen im Stadtzentrum und das Parkieren ausserhalb entstehen. Der Quartierverein will sich gegen die zusätzlichen Carparkplätze wehren und hat bereits Kontakt mit der Stadt aufgenommen. Am Donnerstag wird es zu einem Treffen mit dem städtischen Verkehrsexperten Roland Koch kommen, der das Projekts Carparkierung Stadt Luzern leitet.

Galetti sagt: «Wir fänden es fair, wenn die Lasten auch auf andere Quartiere verteilt würden. Keine Carparkplätze auf dem Inseli – das geht nicht.» Die zusätzlichen Plätze im Brüelmoos sollten ihm zufolge nicht gleich bei der Wohnzone sein. Damit im Brüelmoos genügend Plätze geschaffen werden können, werden nach den Plänen der Stadt 150 Autoparkplätze aufgehoben.

Stadt will nicht über Anzahl Parkplätze verhandeln

Bei der Stadt ist man sich bewusst, dass dies «ein grosser Einschnitt für die Anwohner ist», wie Roland Koch sagt. «Wir sind bemüht, eine möglichst gute Lösung für die Anwohner zu finden, und wollen mit dem Treffen zeigen, dass wir die Ängste ernst nehmen.» So könnten etwa Lösungen für das Problem mit den laufenden Motoren gesucht werden. Spielraum bei der Parkplatzzahl gebe es allerdings weniger.

In der Gemeinde Kriens, wo beim Mattenhof ebenfalls neue Carparkplätze geplant sind, gab es bisher keine grosse Resonanz aus der Bevölkerung. Laut Ralph Ummel vom Quartierverein Kuonimatt könnte dies bei der Generalversammlung am Freitag zur Sprache kommen. Insgesamt hat die Stadt derzeit 70 Carparkplätze und 11 Anhalteplätze. Die Anzahl Parkplätze will sie auf 120 erhöhen. Hingegen sollen die 26 Plätze beim Inseli verschwinden. Dies verlangt auch die Initiative der städtischen Juso «Lebendiges Inseli statt Blechlawine», über welche am 24. September abgestimmt wird.


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