Die Chancen für grüneres Inseli steigen

STADT LUZERN ⋅ Der Luzerner Stadtrat überdenkt seine ablehnende Haltung zur Juso-Initiative für ein Inseli ohne Carparkplätze nochmals. Bei einem Ja gäbe es noch einige Fragen zu klären.

13. Oktober 2016, 05:00

Nach dem Scheitern der Salle Modulable ist die Diskussion um die Entwicklung des Inselis in den Hintergrund gerückt. Zu Ende ist sie aber noch lange nicht. Eigentlich hätte die Luzerner Stadtbevölkerung im November nicht nur über die Abgabe des Landes für die Salle Modulable, sondern auch über die Juso-­Initiative für ein Inseli ohne Carparkplätze abstimmen sollen. Nachdem der Kantonsrat die ­Salle versenkt hatte, wurde auch die Abstimmung über die Initiative vertagt (Ausgabe vom 15. September).

Ursprünglich stand der Stadtrat dem Anliegen der Juso ablehnend gegenüber. Nun geht er nochmals über die Bücher. Möglich ist, dass der Stadtrat die Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» doch befürwortet, wie aus zuverlässigen Quellen zu erfahren ist. Der Entscheid soll in den nächsten Wochen fallen. Wann die Abstimmung stattfindet, ist hingegen noch offen. Die Juso rechnet mit einem Termin im Februar.

Lösung für die Määs-Bahnen

Kommt die Initiative durch, würden nicht einfach nur die Parkplätze aufgehoben. Ein Ja hätte auch eine Umgestaltung des Inselis zur Folge. Wahrscheinlich ist, dass die Stadt dann einen Wettbewerb ausschreiben würde – wie dies auch bei der autofreien Bahnhofstrasse der Fall war.

Die Juso verlangt, dass die Carparkplätze begrünt werden. Könnte man so die Määs-Bahnen dort noch aufstellen? «Für uns ist klar, dass es eine Lösung geben muss», sagt Linus Petermann, Präsident der Juso Stadt Luzern. Eine Möglichkeit wäre ein Schotterrasen. «Diese Variante ist aber weniger in unserem Sinne, da der Untergrund so sehr hart ist», sagt Petermann. Die Juso bevorzugt eine Betonschicht, die stellenweise unter der Wiese platziert würde, damit diese mehr Gewicht tragen kann. Petermann geht davon aus, dass der Stadtrat die Ini­tiative nun befürworten wird. «Sein Hauptargument dagegen war ja die Salle Modulable, die nun kein Thema mehr ist.» Tatsächlich schrieb der Stadtrat damals im Bericht und Antrag zur Initiative, dass er deren Ziele «grundsätzlich» unterstütze, sie aber ablehne, weil sie das Ende der Salle bedeuten würde.

Ersatz für Carparkplätze

Bei einem Ja zur Initiative wäre aber noch eine Ersatzlösung für die Inseli-Carparkplätze nötig. Die Juso bevorzugt laut Petermann eine Umnutzung der Autoparkplätze auf der Allmend. Die Stadt erarbeitet derzeit ein neues Carparkierungskonzept. Dieses soll bis Ende Jahr stehen. Momentan gibt es noch keine Infos über mögliche Standorte.

Die städtische SP/Juso-Fraktion dagegen hat in einem Postulat schon mal sechs Vorschläge für Carparkplätze gemacht (Ausgabe vom 20. September). Neben der Allmend schlagen sie das Erdgeschoss des Parkhauses Altstadt, die Umnutzung von Autoparkplätzen im Wey-Quartier, Areale beim Mattenhof, der Rösslimatt sowie im Lochhof vor.

Eine weitere Möglichkeit, Platz für Cars zu schaffen, wäre das Parkhaus Musegg. Dieses dürfte es im Grossen Stadtrat ­allerdings schwer haben. SP, GLP und Grüne, die seit Beginn der aktuellen Legislatur eine Mehrheit im Stadtparlament haben, sprechen sich gegen das Projekt aus (wir berichteten).

Stefan Dähler


Login


 

1 Leserkommentar

Anzeige: