Die Jesuitenkirche ist eine Grossbaustelle

LUZERN ⋅ Das Gewölbe der Jesuitenkirche bröckelt und muss saniert werden. In Handarbeit wird derzeit die Decke gereinigt. Ein Augenschein.

12. März 2016, 05:00

Peter Schüpfer vom Stuckaturgeschäft Schüpfer & Debon zum Stand der Renovationsarbeiten. (René Meier, 12.03.2016)

Seit Januar sind die Tore der Jesuitenkirche in der Stadt Luzern geschlossen. Derzeit laufen an der Gewölbedecke in einer Höhe von 23 Metern, wo sich der Verputz zu lösen droht, Reinigungsarbeiten. «Mit Schwämmen aus Kautschuk lösen die Arbeiter die Ablagerungen von Kerzen und Russ vom Gewölbe», sagt Peter Schüpfer vom Stuckaturgeschäft Schüpfer & Debon.

Die Innensanierung umfasst die Sicherung und Restaurierung des Deckengewölbes, die Restaurierung der Deckenbilder sowie die Reinigung sämtlicher Wände, Seitenkapellen und Fenster. Nach der Reinigung wird die Decke detailliert auf Hohlstellen untersucht und mit verschiedenen Methoden gesichert.

«Die Jesuitenkirche ist wie ein Lebewesen.»

Peter Schüpfer, Schüpfer & Debon

Dach ständig in Bewegung

Weshalb die Risse in die Decke gekommen sind, weiss auch Peter Schüpfer nicht genau. Einen Einfluss gespielt haben die klimatischen Verhältnisse wie Trockenheit und Feuchtigkeit. Der Hauptgrund für die Risse dürfte laut Schüpfer das Dach sein, welches wie ein Segel wirkt. So würden die Kräfte des Dachs auf den Verputz und die Stuckaturen übertragen. «Die Jesuitenkirche ist wie ein Lebewesen: Der Bau ist ständig leicht in Bewegung und nicht statisch wie ein Betonblock», sagt Schüpfer.

An Weihnachten wieder offen

Die Kosten für die Innensanierung belaufen sich auf drei Millionen Franken. Pünktlich zu Weihnachten soll die Kirche wieder offen sein. Die Aussensanierung wurde im vergangenen Herbst abgeschlossen.

Die Jesuitenkirche wurde in den Jahren 1666 bis 1677 erbaut und 1893 mit dem Aufsetzen der beiden Türme vollendet. Sie gilt als erste grosse Barockkirche der Schweiz und zählt zu den bedeutendsten Barockbauten unseres Landes.

René Meier

Peter Schüpfer vom Stuckaturgeschäft Schüpfer & Debon zum Stand der Renovationsarbeiten. (René Meier, 12.03.2016)




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