«Die Reaktionen sind einfach überwältigend»

ALTBÜRON ⋅ Romana Zumbühl ist die beste Landfrauenköchin der Schweiz. Nun möchte sie auch Starkoch Anton Mosimann noch etwas beibringen.
12. November 2013, 05:01

Romana Zumbühl (47) aus Altbüron hat am Samstagabend die diesjährige Staffel von «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» gewonnen (siehe «Zentralschweiz am Sonntag»). Die Mutter von fünf Kindern mit einem Faible für Kräuter setzte sich gegen sechs Konkurrentinnen durch.

Romana Zumbühl, seit Samstagabend kommen Sie wohl kaum zur Ruhe.

Romana Zumbühl: Das ist so. Aber man darf das auch mal geniessen – so etwas erlebt man ja vielleicht nur einmal im Leben.

Und wie sind die Reaktionen in Ihrem Umfeld?

Zumbühl: Einfach überwältigend: Als wir nach der Sendung spätnachts nach Hause kamen, stand schon eine riesige Tafel vor unserem Haus. Viele Leute kommen zu Besuch oder schicken Blumen.

Und der Brunnmatthof wird nun wohl auch von Kunden und Schaulustigen überrannt.

Zumbühl: Seit meine Sendung am 18. Oktober ausgestrahlt wurde, melden sich viele Leute, die sich für Kräuter interessieren. Ich komme mit dem Beantworten von E-Mails und Briefen kaum nach.

Und jetzt müssen Sie auch noch für Anton Mosimann in London kochen. Wissen Sie, was Sie dort erwartet?

Zumbühl (lacht): Ich habe keine Ahnung und lasse mich überraschen. Mein Mann Walter und ich waren noch nie in London, wir freuen uns riesig. Und ich hoffe, dass ich von Anton Mosimann einige Tipps und Tricks erhalten werde – und ich ihm dafür die Kraft der Heilkräuter näherbringen kann. Das könnte ein spannender Gedankenaustausch werden.

Der London-Aufenthalt soll fünf Tage dauern. Können Sie Ihren Hof überhaupt so lange verlassen?

Zumbühl: Das muss gut vorbereitet sein, dann geht das schon. Den Termin jetzt einfach schnell, schnell irgendwo reinzwängen, funktioniert aber sicher nicht.

Während der Sendung haben Sie Anton Mosimann auch auf den Brunnmatthof eingeladen. Wird er die Einladung annehmen?

Zumbühl: Es wäre sensationell, wenn er mit seiner Frau vorbeikäme und das einfache Leben auf dem Bauernhof und die tolle Naturkulisse erleben könnte. Ob er die Einladung wahrnimmt, weiss ich aber nicht. Kurz nach der Preisverleihung war er schon verschwunden.

Während der Sendung hat Anton Mosimann in die Töpfe geguckt und auch mal eingegriffen. Nervt das nicht? Sie können ja schliesslich auch kochen.

Zumbühl: Nein. Anton Mosimann ist ein Gentleman. Und ich lasse mir von einem Profi gerne etwas zeigen. Zudem gehört das alles ja auch zur Show dazu.

Wie geht es nun bei Ihnen weiter?

Zumbühl: Zuerst muss ich mal alle Anfragen und Briefe beantworten. Die Wertschätzung, die ich spüre, will ich auch entgegnen. Das ist mir wichtig. Dann kommen jetzt viele Anfragen für Vorträge hinzu. Und ich möchte die Aufmerksamkeit, die mir derzeit geschenkt wird, dazu nutzen, die Leute wieder für den Familientisch zu begeistern.

Weshalb?

Zumbühl: Es ist einfach wichtig, dass man sich zusammen an den Tisch setzt – egal ob als «richtige» Familie, mit dem Partner oder mit Freunden. Und auf den Familientisch gehört ein richtiges Essen. Das heisst saisonal, regional und frisch zubereitet. Und natürlich mit Kräutern und Gewürzen abgeschmeckt.

Das Saisonale ist Ihnen wichtig.

Zumbühl: Man muss nicht dogmatisch sein. Im Winter beispielsweise gibt es Zuckerhut, Nüsslisalat, verschiedene Kohle und Wurzelgemüse, die man zu tollen Gerichten zubereiten kann. Umso grösser ist die Vorfreude auf das Frühlingsgemüse. Jede Jahreszeit bringt einen Zauber hervor und kann immer wieder von neuem erfreuen.


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