Dorfteile sollen zusammenwachsen

HORW ⋅ Die Gemeinde stellt die Weichen für ein weiteres Überbauungsgebiet. Dank einer neuen Bahnunterführung wird dieses direkt ans Dorfzentrum angeschlossen – allerdings auf Kosten anderer Quartiere.

02. Dezember 2016, 06:44

Christian Glaus

christian.glaus@luzernerzeitung.ch

Das Gebiet um den Bahnhof Horw ist im Wandel. Wo heute noch Grundstücke brachliegen oder ältere Gewerbegebäude das Ortsbild trüben, sollen in den nächsten Jahren neue Häuser in die Höhe schiessen. So erfolgt am 9. Dezember der Spatenstich für das erste Hochhaus Horws (44 Meter hoch). Und an der Ecke Ringstrasse/Allmendstrasse sowie auf dem Grundstück der AGZ Ziegelei konkretisieren sich die Baupläne im Rahmen des Megaprojekts «Horw Mitte» (Ausgabe vom 10. September).

Nun geht es auch im Gebiet Wegmatt vorwärts (siehe Karte). Hier soll der Nutzungsplan geändert werden, sodass drei neue Gebäude erstellt werden können. Die Pläne liegen derzeit bei der Gemeinde öffentlich auf. Die Änderung des Nutzungsplans bildet den Grundstein für die Erarbeitung eines Bauprojekts. Erst wenn sie genehmigt ist, kann die konkrete Planung erfolgen.

Unterführung für Fussgänger und Velofahrer

Die Änderung der Nutzungsplanung hat sich im Fall Wegmatt in die Länge gezogen. Bei der Gesamtrevision des Nutzungsplans der Gemeinde im September 2011 wurde das Gebiet bewusst ausgeklammert. Insbesondere war zu klären, wie die Bahnlinie gequert werden kann. Denn der Gemeinderat wollte die durch die Zentralbahn getrennten Gebiete nördlich des Bahnhofs besser miteinander verbinden. Die Frage der Gleisquerung ist nun geklärt, wie dem aufliegenden Plan zu entnehmen ist. Demnach ist im nördlichen Bereich eine Bahnunterführung für Fussgänger und Velofahrer geplant. Dazu wird eine Rampe erstellt. Dank der neuen Unterführung erhalten die neuen Wohnsiedlungen der Wegmatt, aber auch die bestehenden Quartiere westlich der Bahnlinie, direkten Zugang Richtung Horwerhalle/Dorfzentrum. Im Ge­genzug werden allerdings bestehende Bahnübergänge weiter nördlich aufgehoben. Diese Absicht hatte der Horwer Gemeinderat bereits 2015 im Planungsbericht für das Projekt Horw Mitte kundgetan. Aufgehoben werden sollen die beiden ober­irdischen Bahnübergänge Wegmattstrasse und Krienserstrasse. Für die dortigen Quartiere bedeutet das, dass man nur noch über die Strassenunterführung Ringstrasse auf die andere Gleisseite wechseln kann – oder eben über die neue Unterführung Wegmatt.

Die beiden Parzellen, für die der Nutzungsplan angepasst werden soll, gehören zwei verschiedenen Eigentümern. Jene an den Bahngleisen gehört der Schappe AG in Sarnen. Deren Verwaltungsrat, Anton Eberli, ist kein Unbekannter. Ihm gehörte das Bauunternehmen Anton Eberli, welches heute unter dem Namen Eberli-Sarnen auftritt. Für die Eberli-Parzelle existiert bereits ein Richtprojekt. Vorgesehen ist der Bau von drei sechsgeschossigen Häusern. Jenes im Süden des Grundstücks soll ein reines Gewerbehaus werden. Daneben sind zwei Wohnhäuser vorgesehen. Entsprechend soll dieses Grundstück auch einer neuen Zone zugewiesen werden. Im Zentrum soll nicht mehr die Arbeits-, sondern die Wohnnutzung stehen.

Die zweite Parzelle, die nicht direkt an den Bahngleisen liegt, gehört der Korporation Horw. Sie soll in der Arbeits- und Wohnzone verbleiben. Für die Parzelle gibt es aktuell keine Baupläne, wie Heiri Heer, Präsident des Korporationsrats, auf Anfrage erklärt. Das Grundstück wird heute von der Gössi AG als Car-Terminal genutzt.

Bis in der Wegmatt tatsächlich gebaut werden kann, wird es wohl noch einige Jahre dauern. Der Nutzungsplan muss erst noch vom Horwer Einwohnerrat und vom Regierungsrat genehmigt werden. In einem Vorprüfungsbericht äussert sich der Kanton aber schon einmal positiv zum Vorhaben.


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