Dreikampf um das Präsidium

WEGGIS ⋅ FDP und SVP wollen das Gemeindepräsidium. Herausgefordert werden sie von einem Parteilosen. Die drei Kandidaten haben einige Gemeinsamkeiten.

Aktualisiert: 
15.03.2016, 16:00
12. März 2016, 05:00

Cyril Aregger

Der Rücktritt von Kaspar Widmer (parteilos) als Gemeindepräsident führt in Weggis zu einer spannenden Ausgangslage für die Wahlen vom 1. Mai: Während die vier bisherigen Gemeinderäte – CVP: Beatrix Küttel und Philipp Christen, FDP: Baptist Lottenbach (Ammann) und Esther Pfründer – wieder antreten, gibt es um das Gemeindepräsidium einen Dreikampf. Der parteilose Roger Dähler, Elisabeth Riwar (SVP) und Hugo Zimmermann (FDP) sind alle fest verwurzelt in der Seegemeinde, und alle haben einen gewerblichen Hintergrund – wie der scheidende Präsident Kaspar Widmer. Dieser wurde von Gwärb Weggis unterstützt. Aufgrund ihres Hintergrunds wollen sich alle drei natürlich für das lokale Gewerbe einsetzen. Und alle betonen, dass sie nicht kandidiert hätten, wenn Kaspar Widmer erneut angetreten wäre. Die Kandidaten im Überblick:

CVP unterstützt Parteilosen

Der parteilose Roger Dähler (bald 38) arbeitet im elterlichen Plattenlegerbetrieb und unterrichtet an den Berufsfachschulen in Luzern und Zofingen. Er habe sich seit dem Bekanntwerden des Rücktritts von Kaspar Widmer mit dem Gedanken einer Kandidatur befasst, sagt Dähler, der sich politisch «irgendwo zwischen den Parteien, aber sicher eher bürgerlich» einordnet. «Ausschlaggebend für die Kandidatur war schliesslich, dass mich viele Leute aus meinem Umfeld dazu ermuntert haben.» Unterstützt wird Dähler von einem «überparteilichen Komitee» und von der CVP. Letztere sorgte mit einer Medienmitteilung letzte Woche für einige Aufregung: Die Partei schrieb, dass Dähler von einem überparteilichen Komitee mit «Personen aus der CVP, FDP und der SVP» vorgeschlagen worden sei. Die SVP konterte umgehend mit einer Richtigstellung und betonte, sie unterstütze die Kandidatur nicht. «Die Mitteilung war unglücklich formuliert», sagt Dähler dazu. «Unterstützt werde ich von Personen aus verschiedensten politischen Lagern.»

Trotz CVP-Support sei er parteiunabhängig, betont Dähler. Diese Unbefangenheit sei auch sein Vorteil: «Gerade als Gemeindepräsident ist es wichtig, dass man das Amt ausführen kann, ohne an Parteipolitik gebunden zu sein.» Nebst der Wirtschaft bezeichnet Dähler den Schutz der Natur und der Landschaft sowie das Erhalten der Lebensqualität als wichtige Ziele. Seine Wahlchancen stünden bei «33,33 Prozent». Es werde ein offenes Rennen. Seine Parteilosigkeit sei dabei sowohl Vor- als auch Nachteil: «Die Parteien sehen es schon nicht so gerne. Aber ich glaube, dass die Bevölkerung diese Unabhängigkeit durchaus zu schätzen weiss.»

SVP will erstmals in den Gemeinderat

Reine Parteipolitik will auch SVP-Kandidatin Elisabeth Riwar (60) als Gemeindepräsidentin nicht betreiben. «Ich würde zwar versuchen, einige Gedanken unserer Politik einzubringen. Als Gemeinderat treten parteipolitische Anliegen oft in den Hintergrund», sagt Riwar, die mit ihrem Mann Roger Riwar – dem Präsidenten der SVP Weggis – ein Unternehmen in Rotkreuz führt und seit über 20 Jahren in Weggis lebt. Dennoch sei es wichtig, dass die SVP erstmals einen Sitz im Gemeinderat erobern könne: «Als wählerstärkste Partei soll die SVP auch im Gemeinderat Verantwortung übernehmen. Auch unsere Wähler sollten im Gemeinderat vertreten sein.» Einfach werde das aber sicher nicht. Ein wichtiges Anliegen ist ihr der Schuldenabbau. Dieser sei machbar, auch ohne Service-Abbau und höhere Steuern, ist das Mitglied der Controllingkommission überzeugt: «Wir müssen auch Lösungen finden, wie das Hallenbad selbsttragend werden kann.»

FDP: Sorge um den Tourismus

FDP-Kandidat Hugo Zimmermann (50) ist seit jeher politisch sehr interessiert und hat sich früher auch schon Gedanken über einen Sitz im Gemeinderat gemacht. Mit der Vakanz im Gemeindepräsidium sei die Gelegenheit nun gekommen, sagt der Vater von drei erwachsenen Kindern. Er leitet die Geschäftsstelle des EW Schwyz in Weggis, war Säckelmeister der Korporation Weggis, Präsident von Gwärb Weggis und ist bis heute Mitglied im Vorstand der Bootshafengenossenschaft Weggis. Einsetzen will sich Zimmermann auch für den Tourismus wie auch für das Gewerbe und die Landwirtschaft. «Es ist eine Aufgabe der Gemeinde, diesen Partnern gute Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen und zu versuchen, den Verantwortlichen eine Plattform zu geben und den Austausch untereinander zu fördern.»

Dass seine Partei nach seiner Wahl die Mehrheit im Gemeinderat besitzen würde, sei «für die anderen Parteien nicht ideal», sagt Zimmermann. «Aber eine Gemeinderatswahl ist für die Bürger vor allem eine Personenwahl.» Als Gemeindepräsident müsse man «mit allen Playern spielen», so Zimmermann. «Und das ist eine meiner Stärken. Ich komme mit allen Leuten gut aus, auch wenn sie andere Meinungen haben.»
 

Heiss begehrt: Amt des Sozialvorstehers

Sempach ca. Einen Dreikampf mit der gleichen Konstellation wie in Weggis gibt es auch in Sempach: Hier bewerben sich Hanspeter Achermann (FDP), Elmar Bernet (parteilos) und Markus Greter (SVP) um das Amt des Sozialvorstehers. Auch hier gibt es eine Vakanz, weil Stadtrat Alexander Lieb (FDP) nicht mehr antritt. Lieb leitet seit August 2013 das kantonale Amt für Migration und will sich künftig darauf konzentrieren. Die vier übrigen Stadträte, Franz Schwegler (CVP, Präsidium), Mary Sidler Stalder (CVP, Bau), Bruno Stofer (CVP, Finanzen) und Guido Durrer (FDP, Bildung) treten ohne Gegenkandidaten wieder an.


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