Effizienter Schaffer gibt neu den Ton an

LUZERN ⋅ Der höchste Blasmusiker des Kantons Luzern kommt aus Hildisrieden. Blasmusik begleitet Christoph Troxler schon von Kindesbeinen an. Nun will er sich dafür einsetzen, dass die Blasmusik im Kanton attraktiv bleibt.

18. März 2017, 20:47

Monika van de Giessen

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Christoph Troxler (47) aus Hildisrieden wurde am Samstag anlässlich der 125. Delegiertenversammlung in Triengen zum neuen Präsidenten des Luzerner Kantonal-Blasmusikverbandes (LKBV) gewählt. Er folgt auf Daniel Elmiger, der das Präsidium nach sechs Jahren abgibt (Ausgabe vom Dienstag). «Ich freue mich auf dieses Amt. Es ist mir eine Ehre, dem drittgrössten Musikverband der Schweiz als Präsident vorzustehen», sagt Troxler. Der Kantonal-Blasmusikverband zählt rund 4500 Mitglieder. Er habe den nötigen Respekt vor der neuen Aufgabe. «Es ist eine Herausforderung.» Das Rad neu erfinden wird Christoph Troxler aber nicht. Denn dieser trifft auf einen gut organisierten Verband mit soliden Strukturen.

Drei Schwerpunkte wolle er indes nach seiner Wahl als Erstes angehen, so Christoph Troxler: gezielte Jugendförderung, effiziente Strukturen und eine gute Positionierung des Verbandes. «Man muss uns mit einer guten Ausstrahlung nach aussen wahrnehmen.» Der Verband müsse alles daransetzen, dass die Blasmusik attraktiv bleibe.

Treuhänder, Landwirt, Vater und Gemeindepräsident

Christoph Troxler ist ein vielbeschäftigter Mann. Er ist verheiratet, Vater von drei Kindern, Agro-Treuhänder, Meisterlandwirt, Gemeindepräsident von Hildisrieden und seit dem Samstag nun der Chef von 4500 Blasmusikanten. Wie bringt man all das unter einen Hut? «Ich bin stark ausgelastet, das stimmt. Dieser Umstand zwingt mich aber zu einem effizienten Schaffen», sagt Troxler. Seit der Fasnacht im vergangenen Jahr, in der Troxler Zunftmeister der Götschi-Zunft Hildisrieden war, haftet ihm die Bezeichnung «Kuh- und Buchhalter» an. Troxler lacht. «Es stimmt. Ich halte 26 Milchkühe, und ich bin Buchhalter. Das Amt als Gemeindepräsident wird Troxler Ende 2017 jedoch abgeben. Es versteht sich von selbst, dass dem Vielbeschäftigten kaum Zeit für mehrere Hobbys bleibt. «Mein einziges Hobby ist die Blasmusik», sagt er.

Wie auch anders – schliesslich hat Blasmusik in seiner Familie Tradition. «Blasmusik begleitet mich schon von Kindesbeinen an.» Seit 32 Jahren spielt er in der Musikgesellschaft Hildisrieden, einer Brassband der zweiten Stärkeklasse, auf seinem Lieblingsinstrument, dem Cornet. «Dieses Instrument passt am besten zu mir.» Sein Hobby teilt er mit seiner ganzen Familie. Seine Frau und seine drei Kinder spielen ebenfalls ein Blasinstrument. Sein Vater war 45 Jahre lang Mitglied der MG Hildisrieden. Auch seine drei Geschwister sind blasmusikalisch unterwegs. Und in der Rekrutenschule und im Spiel des Infanterieregiments 19 war Christoph Troxlers hohe musikalische Kompetenz gefragt.

Politiker sagen oft, sie hätten «das Amt nicht gesucht». Wie war das bei ihm? Gemeindepräsident Troxler schmunzelt und sagt: «Ich habe das Amt tatsächlich nicht gesucht. Ich wurde angefragt. Nach reiflicher Überlegung habe ich Ja gesagt.» Einen ersten Einblick in die Tätigkeit des Musikverbandes hatte Troxler als OK-Mitglied des Musiktags in Hildisrieden im Jahr 2013. Dabei kam er mit vielen Personen aus dem Blasmusikverband in Kontakt, was ihm bei seinem Entscheid geholfen habe.

«Es gibt nichts Schöneres als einen grossen Applaus»

Doch was ist überhaupt so speziell am Musizieren in einem Musikverein? Einerseits seien es das Wir-Gefühl und die Kameradschaft, sagt Troxler. Andererseits müsse man gut aufeinander hören. Keiner könne ausbrechen. Man müsse gut harmonieren, um gemeinsam ans Ziel zu kommen. «Es gibt nichts Schöneres als einen grossen Applaus nach einer gelungenen Darbietung», sagt Christoph Troxler.

Die Jugendförderung liegt ihm sehr am Herzen. «Kein Verein überlebt, wenn keine Jungen nachkommen.» Man müsse stets dranbleiben und den Nachwuchs motivieren. An einem Konzert käme es nicht darauf an, was man spielt, sondern wie man spielt. «Man muss fröhlich musizieren. Nicht für sich selbst, sondern für die Allgemeinheit», lautet die Devise des neuen Verbandspräsidenten. Als grösstes Highlight in seinem ersten Amtsjahr nennt Troxler das Jugendmusikfest und den Musiktag im Mai in Schüpfheim sowie die Jubiläumsfeierlichkeiten zu «125 Jahre Verband Luzerner Kantonal-Blasmusik» am 30. April in Luzern. «Mit Stolz dürfen wir Luzerner auch sagen, dass unser blasmusikalisches Niveau sehr hoch ist.»

Musiktag 2018 in Eschenbach

250 stimmberechtigte Delegierte trafen sich am Samstag in Triengen zur 125. Delegiertenversammlung des Luzerner Kantonal-Blasmusikverbandes (LKBV). Das Jubiläumsjahr «125 Jahre LBKV» wird zum eigentlichen «Year of Change», wie sich zeigt. Ging es doch darum, neben den ordentlichen Traktanden drei neue Vorstandsmitglieder zu ersetzen. Die DV wurde letztmals von Daniel Elmiger geleitet. Christoph Troxler aus Hildisrieden wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Weiter ersetzt Christoph Bangerter aus Neuenkirch Peter Schmid als Präsidenten der Musikkommission. Und Ueli Wigger aus Wiggen tritt die Nachfolge von Josef Fischer als Mitglied der Musikkommission an. Die Verbandszeitschrift «Crescendo» hat mit Christian Hodel einen neuen Chefredaktor. Hodel ist stellvertretender Leiter der regionalen Ressorts dieser Zeitung. Er ersetzt Urs Neuburger. 
Daniel Elmiger gab weiter bekannt, dass Eschenbach im Jahr 2018 und Altishofen im Jahr 2019 den kantonalen Musiktag durchführen werden. Und Raymond Studer, OK-Präsident des Jugendmusikfestes und des Musiktags 2017 in Schüpfheim, rührte kräftig die Werbetrommel. «Wir sind parat», sagte er. 45 Jugendmusiken und 59 Musikvereine hätten sich angemeldet – das ist Rekord für einen Musiktag. (mvg)


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