Ein Schaustellerleben im Kabäuschen

LUZERN ⋅ Sie verkaufen den Määs-Besuchern Nervenkitzel und Glücksgefühle. Uns erzählen die Schausteller, wie sie der Müdigkeit trotzen und warum die Besucher Schlange stehen.

09. Oktober 2016, 05:00

Noch bis am nächsten Sonntag sind sie die Heimat der Schausteller – die bunten Kabäuschen an der Määs. Zwölf Stunden – von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr abends – hausen sie darin und bringen Jetons an Mann und Frau. Brigitte Maier ist so eine.

Seit 1986 ist sie jedes Jahr an der Määs – und bei Besuchern und Schaustellerkollegen bekannt wie ein bunter Hund. «Es ist rüüdig schön hier drin», sagt sie. Kollegen kämen ab und zu auf einen Schwatz vorbei.

Ein kurzes Nickerchen im Häuschen

In Maiers Arbeitsplatz sieht es aus wie in einem kleinen Wohnzimmer. Neben einer Kommode fehlen auch Kühlschrank und Heizung nicht – «heimelig» ist es im Kabäuschen von Brigitte Maier. Kuschlig warm geht es auch bei Kilian Hermann zu. Links und rechts ist er von Plüschtieren umgeben. Sein Arbeitsplatz an der Lozärner Määs ist am Plüschtiergreifer. «Ein regelrechtes Frauenmagnet» seien die niedlichen Stofftiere, sagt Hermann und setzt sein verschmitztes Lächeln auf. Er sei zufrieden mit dem Geschäft. «Die Kassen füllen sich gut und ‹Lämpe› gab es bisher keine», sagt der Luzerner und wendet sich schon wieder der nächsten Kundin zu, die vor ihm auf dem Europaplatz in der Schlange steht. Verrückt geht es etwas weiter hinten auf dem ­Inseli zu und her. Im Kabäuschen der Bahn «Crazy Run» sitzt Uschi Spengler. Ihre Tochter steht daneben am Mikrofon und heizt mit Worten die Stimmung an. «Sehr laut ist es hier», sagt Uschi Spengler. «Aber auch unglaublich schön.» Sie geniesse die Määs-Zeit in vollen Zügen. «Auch wenn es harte Arbeits­tage sind.» Das Kabäuschen der Tochter sei inzwischen wie ein zweites Zuhause geworden. «Es gehört zu unserem Leben. Für uns gibt es nichts Schöneres.»

Doch wie hält man sich auch an flauen Tagen wach, wenn die Kundschaft ausbleibt? «Ohne Kaffee geht gar nichts», sagt Marcel Flammer, der das Karussell «Bienen-Flug» betreibt. Mit seiner Kaffeemaschine im Kabäuschen steht er nicht allein da. Beinahe alle Schausteller haben es sich auf den wenigen Quadratmetern, die sie haben, gemütlich gemacht. Sogar Kissen für ein kurzes Nickerchen haben einige mit dabei. Viel zum Ausruhen kommen sie aber nicht. Die Besucher stehen Schlange. Das Geschäft laufe bisher ausgezeichnet, bestätigen die Schausteller.

Christian Hodel

  • Neue Luzerner Zeitung AG
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Vom 1. bis 16. Oktober dauert die Luzerner Määs 2016.

Die Määs Ausgabe 2016 dauert vom 1. bis 16. Oktober. Erwartet werden 350'000 Besucher.


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