Luzerner Kantonsspital eröffnet neue Apotheke

MEDIKAMENTE ⋅ Das Luzerner Kantonsspital eröffnet seine umgebaute Hausapotheke. Ohne den Neubau hätte das Spital die Auflagen bald nicht mehr erfüllen können.

16. März 2017, 06:47

Im zweiten Untergeschoss des Hauptgebäudes schlägt das Herz des Luzerner Kantonsspitals (Luks): die Pharmazie. Hier werden fertige Medikamente angeliefert, neue hergestellt, abgepackte gelagert oder verteilt. Chefapothekerin ist Katharina Bracher: «Wir sind heimlich die wich­tigste Abteilung im operativen Unternehmen. Das sagt zwar jede Abteilung von sich, aber bei uns ist das so.» Jeder Patient im Spital brauche Medikamente, auch wenn es nur eine Kochsalzlösung sei. Und jedes Medikament stamme von hier.

Gestern konnte das Luks offiziell seine neue Apotheke eröffnen. Für 16 Millionen Franken hat der grösste Zentralschweizer Arbeitgeber die alte Anlage umgebaut. Von Februar 2015 bis jetzt waren die Bauarbeiter in der Apotheke zu Gange. «Die grösste Her­ausforderung war es, den Betrieb während des ganzen Umbaus aufrechtzuerhalten», so Bracher. Deshalb musste die Pharmazie in elf verschiedenen Provisorien arbeiten – und somit auch elfmal umziehen.

Neuer Roboter und neue Produktion

Die Mühen und Umstände haben sich offenbar gelohnt, Katharina Bracher ist zufrieden mit dem Resultat: «Mit der neuen Pharmazie können wir die gesteigerten Anforderungen an die Medikamentenproduktion und -lagerung erfüllen.» So sei gewährleistet, dass das Luks die notwendigen Bewilligungen weiterhin erhalte. Die alte Apotheke stammte aus dem Jahr 1984 und wurde bereits in den Siebzigerjahren geplant. Sprich: Die An­lagen waren veraltet. Bracher nennt diesbezüglich ein Beispiel, das zwar nicht direkt mit der Medikamentenproduktion zu tun hat, aber dennoch mühsam war: «Als die Apotheke gebaut wurde, hat noch niemand mit Computern gearbeitet. Das mussten wir ändern.» Deshalb verfügt die Pharmazie über einen grösseren Bürotrakt als vor dem Umbau.

Doch dies ist nicht die wichtigste Neuerung. Die wichtigste ist der neue Roboter, der Medikamente lagert und auf Knopfdruck das gewünschte Produkt ausgibt. Die vollautomatische Anlage sieht aus wie ein überdimensionierter Selecta-Automat – bloss mit anderem Angebot: Rund 47000 Medikamentenpackungen stehen zur Auswahl. Fast zwei Wochen dauerte es, um den Roboter zu füllen. Etwa 70 Prozent des Medikamentenlagers befinden sich darin. Anders aufgehoben sind unter anderem Medikamente, die gekühlt gelagert werden müssen. Das Luks ist eines der wenigen Schweizer Spitäler, die über eine solche Anlage verfügen, da es sie nur in grösseren Spitälern gibt.

Der Roboter ist die eine Kammer des neuen Herzens, die andere sind die sanierten Herstellungsräume: Etwa 5 der 16 Millionen Franken flossen in diese neue Abteilung. Dort werden spezielle Medikamente für individuelle Patientenwünsche hergestellt. Bracher: «Wenn ein Neugeborenes zum Beispiel Aspirin braucht, dann ist das ein Hundertstel einer Tablette. Wir können nicht einfache eine normale Tablette zerkleinern, sondern müssen sie selber herstellen.» Von der neuen Apotheke aus ist es auch möglich, die anderen Standorte des Luks in Wolhusen und Sursee zu versorgen. Das passiert bereits jetzt schon, in Zukunft soll die Belieferung aber noch verstärkt werden. Damit das Herz den Kreislauf noch besser versorgen kann.

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch


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