Persönliche Erinnerungen

Eine gute Reise, lieber Kurt

Monika van de Giessen über Kurt Zurfluh.
17. April 2017, 20:54

«Ich habe ein sehr intensives Leben gehabt, auch ein gutes Leben. Ich habe sehr viel gesehen und erlebt. Und ich werde es weiter geniessen, vielleicht mit den einen oder anderen Gebresten.» Diese Worte stammen aus einem Interview mit Kurt Zurfluh, das ich kurz vor seiner Frühpensionierung 2011 mit ihm führte. Ich fragte ihn, ob ihm denn das Alter keine Angst mache. «Nicht im Geringsten», war seine Antwort.

Und jetzt, lieber Kurt, bist du nicht mehr unter uns. Einfach so gegangen, ohne Ansage. Lässt deine Lebenspartnerin, deine Familie und die vielen Volksmusikfreunde aus der ganzen Schweiz traurig und fassungslos zurück. Ich kann es noch nicht glauben, dass ich dich nicht mehr sehen und hören werde. Deine Moderationen am Heirassa-Festival in Weggis, im KKL Luzern und an vielen Veranstaltungen, deine Kolumnen in der «Zentralschweiz am Sonntag» (die letzte am Sonntag) werden mir sehr fehlen. Du warst der geborene Moderator und Kommunikator. Dein Wissen, die Hintergrundgeschichten über die Ländlermusik und deren Interpreten waren gespickt mit Informationen, die in den heutigen Volksmusiksendungen am Fernsehen leider oft auf der Strecke bleiben. Es war deine Stärke, zu informieren.

Verabschiedet habe ich mich von dir und deinem Freund Carlo Brunner in Menznau, am Gedenkkonzert für Hans Muff (Ausgabe vom 10. April). Ich wünschte euch eine gute Reise. Dass die Reise nach Kuba deine letzte sein würde, konnte niemand ahnen. «Schöne Musik und Zigarren stehen im Mittelpunkt ...», schriebst du mir in einem Mail. Deine letzten Worte, die mich erreichten, stammen vom letzten Montag, 10. April, kurz vor deiner Abreise nach Kuba. Du warst immer einer der Ersten, die sich für einen Beitrag über Ländlermusik bedankten.

Lieber Kurt, ich werde dich als liebenswürdigen, fröhlichen Menschen in Erinnerung behalten. Nicht ausstehen konntest du einzig das Wort «Hudigäggeler». «Wer die Ländlermusik als simplen Hudigäggeler bezeichnet, der tut den vielen Freunden der traditionellen Musik weh.» Leb wohl, Kurt, und eine gute Reise. Machs guet.
 

Monika van de Giessen, Volksmusikredaktorin

kanton@luzernerzeitung.ch


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