Neues Restaurant am St.-Karli-Quai: Eingefleischte Veganer sind bei ihnen richtig

GASTRONOMIE ⋅ Corinne Wittinger und Jonas Käppeli eröffnen im Herbst das erste vegane Restaurant der Stadt Luzern. Damit wollen sie auch Klischees widerlegen.
21. März 2017, 07:02

Der Name ist noch geheim, aber sicher ist bereits jetzt: Noch dieses Jahr bekommt Luzern am St.-Karli-Quai 7 sein erstes veganes Restaurant. Die Pächter des Restaurants, Corinne Wittinger (27) und Jonas Käppeli (34), beschreiben die Küche als «gesund, bewusst und lecker», wobei sie nebenbei auch noch vegan ist. Käppeli und Wittinger leben beide vegan, Käppeli seit drei Jahren, Wittinger seit etwa einem Jahr.

Die beiden Kollegen, die früher einmal in der Immobilienbranche zusammengearbeitet haben, wollen wegen ihrer guten Erfahrung mit der veganen Ernährung ein Restaurant eröffnen. «Ich hatte gesundheitliche Probleme und habe diverse Mittel ausprobiert. Aber schliesslich hat mir die Umstellung auf die vegane und glutenfreie Ernährung geholfen», sagt Wittinger. Die Suche im Internet nach Rezepten stellte sich als eher schwierig heraus. Also experimentierte die koch-freudige Luzernerin selbst und teilte die Rezepte in ihrem Blog. Ihre positiven Erfahrungen mit der rein pflanzlichen Ernährung möchten die beiden nun auch anderen Menschen zugänglich machen. «Die vegane Küche ist äusserst vielseitig und geschmacksintensiv», betont Käppeli.

«Wir würden auch schon in einem Monat beginnen»

Aus dem Blog entstanden dann sogenannte Food-Events, bei welchen sie bis zu zehn Freunde und Bekannte zu einem veganen Dreigangmenü einlud. Dabei konnte sie sogar Fleischtiger zähmen. «Von überzeugten Fleischessern ein positives Feedback zu erhalten, spornt einen noch mehr an», sagt die 27-Jährige. Diese Kochabende haben die Lust nach mehr geweckt – der Gedanke nach einem eigenen Restaurant kam auf. Zusammen mit Käppeli, der letztes Jahr seinen Job gekündigt und eine andere Herausforderung gesucht hatte, wurde die Idee dann konkret. «Wenn man die Ernährung umstellt und sich damit auseinandersetzt, ist die Idee eines Restaurants naheliegend», sagt Käppeli. Zumal das Angebot recht begrenzt sei.

Gastronomische Erfahrungen haben beide, und doch sind die Aufgaben, die jetzt auf sie warten, noch einmal anspruchsvoller: «Es ist für uns Neuland, ein Restaurant ganzheitlich zu führen. Dieser Aufgabe sehen wir mit dem nötigen Respekt, aber vor allem viel Elan und Herzblut entgegen», sagt Jonas Käppeli. «Wir würden auch schon in einem Monat beginnen, wenn wir könnten», meint er weiter.

Doch bis das Restaurant eröffnen kann, dauert es noch eine Weile. Angepeilt wird der Herbst. Momentan ist Corinne Wittinger bereits daran, neue Rezepte auszuprobieren und zu kreieren, damit die «kleine, aber feine Speisekarte» mit überzeugenden Gerichten gefüllt werden kann. Das Ziel der beiden besteht denn auch unter anderem darin, das etwas angestaubte Image der Veganer als «Körnlipicker» zu ändern. Auch dass man nach einem veganen Essen nochmals etwas «Richtiges» essen muss, wollen die beiden widerlegen. «Bei einem Besuch in unserem Restaurant muss definitiv niemand Hunger leiden. Auch die vegane Küche kann den Magen gut füllen.»

Willkommen sind nicht nur Vegetarier oder Veganer, sondern «alle, die sich gut, gesund und bewusst ernähren möchten». Im neuen Lokal kommen zwei Gastro-Konzepte zum Zug: Mittags gibt es ein bedientes Buffet, bei dem man sein Menü quasi selbst zusammenstellen kann. Am Abend kann man aus einer kleinen Karte wählen und wird am Tisch bedient.

Neuer Eigentümer des Gebäudes ist der Calida-Erbe und Tierschützer Vanja Palmers. Im Obergeschoss plant er, Meditationsräume einzurichten.

 

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch


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