«Ersatzlos gestrichen wird das Feuerwerk nicht»

NACHGEFRAGT ⋅ Das Luzerner Fest, das seinen Gewinn für bedürftige Menschen einsetzt, hat Geldsorgen. Das OK überlegt sich deshalb, künftig auf das Feuerwerk zu verzichten, das rund 100 000 Franken kostet.

01. Dezember 2016, 05:00

Unsere Zeitung hat eine Online-Umfrage gestartet. Bis gestern Abend kurz vor Redaktionsschluss haben sich 1346 Personen an der Umfrage beteiligt. 48 Prozent könnten sich ein Fest auch ohne Feuerwerk vorstellen, 33 Prozent möchten nicht darauf verzichten. Die Umfrage läuft weiter auf unserem Online-Portal. Wir sprachen mit Corinne Imbach, der neuen OK-Präsidentin, über mögliche weitere Änderungen beim Fest (wir berichteten).

Corinne Imbach, wie verbindlich ist für Sie das Ergebnis unserer Online-Umfrage?

Der Entscheid, ob Feuerwerk oder nicht, bleibt letztlich Sache des Fest-OKs. Wir sind aber sehr interessiert, den Tenor der Bevölkerung zu spüren. Wir wollen diese bei der Gestaltung des Fests einbeziehen. Wir wollen nicht das grösste, aber das schönste Fest der Zentralschweiz sein – so lautet unser neues Motto.

Wie beurteilen Sie den derzeitigen Stand der Umfrage?

Ein Verzicht aufs Feuerwerk scheint vorstellbar. Für uns wichtig ist aber: Ersatzlos gestrichen wird das Feuerwerk nicht.

Was könnte es anstatt eines Feuerwerks geben?

Es gibt diverse Möglichkeiten: Stadtbeleuchtung, Lichtprojektionen. Vielleicht etwas Interaktives, verbunden mit einer Spendenaktion. Wir wollen auch jüngere Leute auffangen, die sich mit dem Festgedanken «Feiern für einen guten Zweck» weniger identifizieren. Alle Festbesucher müssen sich bewusst sein, dass es das Luzerner Fest nur gibt, um für die Stiftung Luzerner helfen Luzernern möglichst viel Geld für soziale Projekte im Kanton Luzern zu sammeln.

Sie sprachen auch schon von einer LED-Show mit Drohnen über dem Seebecken.

Das ist jetzt noch nicht möglich, weil es viel zu teuer wäre. Ich bin aber überzeugt, dass in diesem Bereich die Kosten in den nächsten fünf bis zehn Jahren stark sinken werden und das dann für uns ein Thema werden könnte.

Wie kann der Festabzeichen-Verkauf gesteigert werden?

Die Festabzeichen behalten wir sicher bei; vielleicht gibt es künftig zusätzlich aber auch noch andere Spendenaktionen, mit denen wir jüngere Leute animieren können, den guten Zweck des Fests zu unterstützen.

Kann man vielleicht gewisse Events am Fest künftig nur noch besuchen, wenn man ein Festabzeichen hat?

Das ist ein spannender Ansatz. Es könnte künftig vermehrt einen Mix zwischen outdoor und indoor geben, um neue Zielgruppen anzusprechen und den Vorverkauf anzukurbeln.


Hugo Bischof

 

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