Es wird dunkler auf Luzerns Strassen

VERKEHR ⋅ Der Bund hat auf den Autobahnen überall dort die Strassenlaternen abgeschaltet, wo sie nicht mehr gebraucht werden. Auch der Kanton will nun so Energie und Kosten sparen.

19. Oktober 2016, 05:00

Sie scheinen hell in der Nacht und weisen so manch einem Autofahrer den Weg: die Strassenlaternen. Doch etliche Fahrbahnabschnitte müssen nach heutigen Erkenntnissen gar nicht mehr beleuchtet sein. Nicht mehr gebraucht werden die Lampen etwa dort, wo die Fahrzeuge dank ihrer besseren Beleuchtung die Fahrbahn selber genügend ausleuchten können, wie der «Bote der Urschweiz» kürzlich berichtete.

Deshalb hat das Bundesamt für Strassen (Astra) in den letzten  eineinhalb Jahren die Notwendigkeit der Beleuchtung auf den Nationalstrassen überprüft – auch in unserer Region. Im Kanton Luzern hat das Astra bislang rund 750 Lampen abgeschaltet, wie Richard Kocherhans, Chef der dafür zuständigen Infrastrukturfiliale in Zofingen, auf Anfrage sagt. Dunkel ist es seither etwa auf der A 2 in Emmen oder auf der A 14 Richtung Zug. «Vielen dürfte das gar nicht aufgefallen sein», so Kocherhans. Die Sicherheit sei nach wie vor gegeben.

Im April werden Anschlüsse überprüft

Die meisten der aus dem Betrieb genommenen Kandelaber stehen noch und werden erst im Zuge der jeweils nächsten Unterhaltsarbeiten entfernt. Dass die Beleuchtungen nun abgeschaltet sind, zahlt sich aus: Der Betrieb und Unterhalt eines Kandelabers kosten das Astra pro Jahr rund 200 Franken. Ausserdem wird damit die Lichtverschmutzung verringert und die Umwelt geschont – so wie es die Energiestrategie 2050 des Bundes vorsieht.

Während das Lichterlöschen auf den Stammstrecken abgeschlossen ist, steht es bei den Anschlüssen der Nationalstrassen an die Kantons- oder Gemeindestrassen noch bevor. Im April wird dort das Astra alle überflüssigen Leuchten abschalten. Das Vorgehen wurde in Zusammenarbeit mit der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur und der Luzerner Polizei festgelegt. Die Standortgemeinden wurden vom Astra im Sommer darüber informiert. Gesamthaft werden in etwa weitere 340 Leuchten abgeschaltet.

Auch die anderen Abschnitte des insgesamt 520 Kilometer umfassenden Kantonsstrassennetzes wird der Kanton nun überprüfen, heisst es auf Anfrage. Zur grossflächigen Demontage der insgesamt rund 8600 Kandelaber wird es allerdings nicht kommen: «Wir erfüllen bereist vielerorts das Soll», sagt Andreas Heller, Abteilungsleiter Verkehrstechnik bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Grundsätzlich werden die Strassen nur innerorts beleuchtet. Ausserorts brauche es bloss bei wenigen Knotenpunkten künstliches Licht, nämlich dort, wo die Strasse von Fussgängern oder Velofahrern gequert werde. So schreibt es die Schweizer Licht- Gesellschaft vor, nach deren Normen sich die Strasseneigentümer richten. Weiter werden ausserorts streckenspezifische Abschnitte beleuchtet.

Stromkosten: 50 Franken pro Jahr und Lampe

Dort, wo die Strassenlaternen brennen bleiben, will der Kanton zumindest den Stromverbrauch optimieren. Die reinen Energiekosten belaufen sich pro Jahr und Leuchte auf 50 Franken. So setzt der Kanton bei neu gebauten Strassen oder nach Unterhaltsarbeiten auf sparsamere LED-Lampen. «Sie haben ausserdem ein besser gerichtetes Licht. Das reduziert die Lichtverschmutzung», sagt Andreas Heller. LED-Leuchten wurden aktuell beim Seetalplatz oder bei der Umgestaltung der Kantonsstrassen in Ettiswil und in Ebikon installiert. Schweizweit sind unterdessen etwa ein Drittel aller Strassenlampen mit LED ausgerüstet. Nicht eingesetzt werden auf den Kantonsstrassen hingegen intelligente Leuchten, die nur dann zu brennen beginnen, wenn jemand deren Sensor auslöst.

Nach wie vor beleuchten aber auch weniger effiziente Natrium-Hochdruck-Dampflampen etliche Strassen. Sie verbrauchen je nach Einsatzstunden rund 350 Kilowattstunden pro Jahr, eine LED-Lampe bis zu einem Drittel weniger. Laut Heller können Natrium-Lampen zum Teil aber noch über zehn Jahre in Betrieb bleiben. «Es wäre Unsinn, noch funktionierende Leuchten durch LED-Lampen zu ersetzen. Denn damit könnte man pro Leuchte jährlich nur wenige Franken an Energiekosten sparen. Das würde sich im Vergleich zu den Kosten für die Umrüstung nicht lohnen.»


Niels Jost


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