Fahrende erhalten in Rothenburg einen provisorischen Standplatz

ROTHENBURG ⋅ Im Kanton Luzern stellen die Behörden den Fahrenden einen neuen provisorischen Durchgangsplatz in Rothenburg zur Verfügung. Diesen können sie nach Ostern beziehen. Das seit April 2016 bewohnte Areal in Kriens Nidfeld hatten sie bis Ende März verlassen müssen.
05. April 2017, 11:18

Die Parzelle in Rothenburg Station an der Wahligenstrasse befindet sich in der Nähe des Autobahnanschlusses und gehört dem Kanton, wie die Luzerner Staatskanzlei und die Gemeinde Rothenburg am Mittwoch mitteilten. Die Nutzung des Standorts ist bis September 2018 befristet.

Das Areal sei ausreichend gross. Es könne erst nach Ostern genutzt werden, weil die Zeit bis dahin für Vorbereitungsarbeiten benötigt werde, schreiben die Behörden. Der Kanton und die Gemeinde wollen eine Platzordnung formulieren. Der Betrieb während der vergangenen rund zehn Monate auf dem Durchgangsplatz in Kriens sei problemlos verlaufen.

Suche nach dauerhaften Durchgangsplätzen dauert an

Derweil sucht eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Kantons und der vier regionalen Gemeindeverbände weiterhin nach ein bis zwei dauerhaften Durchgangsplätzen für Fahrende im Kanton Luzern. Bislang seien rund 100 Areale evaluiert worden.

Es hätten noch keine dauerhaften Lösungen gefunden werden können, heisst es in der Mitteilung. Die Anforderungen an einen Durchgangsplatz seien hoch. Kriterien sind unter anderem eine geeignete Zufahrt, befestigte Flächen, Strom- und Wasserzufuhr, sanitäre Anlagen und die Abfallentsorgung.

Mit der unbewilligten, aber geduldeten Besetzung in Kriens hatte die Bewegung der Schweizer Reisenden im letzten Jahr vom Kanton Luzern zwei bis vier dauerhafte Durchgangsplätze sowie ab sofort zwei bis vier provisorische Durchgangsplätze verlangt.

Fahrende besetzten in den vergangenen Jahren wiederholt Grundstücke in Schweizer Städten. Vor rund zwei Jahren zum Beispiel protestierte eine grössere Gruppe auf der Berner Allmend, um ihrer Forderung nach mehr Stand- und Durchgangsplätzen Gehör zu verschaffen. Die Polizei hatte das Protestcamp der Fahrenden dann geräumt.

Ihr Recht auf angemessene Halteplätze anerkannte das Bundesgericht 2003. Seit 1998 sind Fahrende vom Bund als Minderheit anerkannt. (sda)


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