Fahrkabinen der Gütsch-Bahn sind aufgegleist

LUZERN ⋅ Jetzt ist die Gütsch-Bahn endlich wieder komplett: Am Dienstag Vormittag wurden die beiden Fahrkabinen via Pneukran auf die Schienen gesetzt. Die seit 2008 stillgelegte Bahn soll ab Mitte September wieder fahren.
18. August 2015, 12:53
Video: Die Kabine der Gütschbahn schwebt herab

Nach jahrelangem Stillstand wird die Gütschbahn in Luzern bald wieder fahren. Wir waren dabei, als die erste Fahrkabine des sogenannten Schräglifts angeliefert und am Seil heruntergelassen wurde. (Christian Volken, 18. August 2015)

  • Gütschbahn

Die Fahrkabinen der neuen Gütschbahn – einem Schräglift – nahmen ihren Weg auf die Schiene durch die Luft: Sie wurden per Pneukran auf die Fahrwerke abgesenkt.

Schweres Gerät hat am Dienstagvormittag die Kanonenstrasse erklommen und sich durch den Gütschwald gekämpft: An der Bergstation der Gütschbahn sind per Pneukran die beiden neuen Fahrkabinen des Schräglifts auf die bereits betriebsbereiten Fahrgestelle abgesenkt worden. Eine anspruchsvolle Aufgabe, wie der Projektleiter Thomas Müller der ausführenden Dallenwiler Firma Inauen-Schätti sagte: «Die Kabinen wurden über das Stationsgebäude hinweg gehievt. Der Kranführer musste seine zentimetergenauen Manöver nach den Befehlen ausführen, die seine Kollegen ihm akustisch durchgeben.» Das Manöver begann um 9 Uhr mit dem Einrichten des Krans. gegen 12 Uhr mittags standen beide Kabinen auf den Schienen.

Die beiden Kabinen der als Schräglift konzipierten Gütschbahn sind je 1,14 Tonnen schwer und fassen acht Personen. Das Fahrwerk bewegt sich auf leisen Sohlen: Es ist mit Kunststoffrollen versehen. Die Bahn bewältigt auf den 173 Metern Fahrdistanz einen Höhenunterschied von 84 Metern.

Ein Wunsch der Stadtluzerner

Die Stadtluzerner Stimmberechtigten genehmigten Ende 2014 einen Kredit von 1,73 Millionen Franken für die Gütsch-Bahn. Darin inbegriffen ist nicht nur ein Beitrag an die Baukosten, sondern auch an den Betrieb der Gütsch-Bahn während 25 Jahren. Insgesamt kostet der Neubau der Bahn 3,1 Millionen Franken. Betrieben wird die Bahn von den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) und wird in den Tarifverbund Passepartout integriert.

Die Gütschbahn nahm 1884 als Standseilbahn ihren Betrieb auf und beförderte bis 2008 Personen zum Hotel Gütsch, in das dortige Wohnquartier und in das Erholungsgebiet. 

cv

 


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