Gericht stützt Horlaui-Abriss

WEGGIS ⋅ Das Luzerner Kantonsgericht hat die Beschwerde eines Hausbesitzers im felssturzgefährdeten Gebiet Horlaui in Weggis abgewiesen. Die Beschwerde richtete sich gegen den Abbruchbefehl und das Betretungsverbot für sein von instabilen Felsen bedrohtes Haus.

21. November 2014, 09:15
  • 06.11.2014: Die ersten Häuser in der Horlaui werden abgerissen.

Nach der Umsiedlung von zwölf Personen in einem Steinschlaggebiet in Weggis hat am 3. November der Abbruch von vier Häusern begonnen. Ein Augenschein im Gebiet Horlaui an der Seeuferstrasse zwischen Weggis und Vitznau am Vierwaldstättersee.

In der Horlaui stehen fünf gefährdete Häuser, deren Besitzer enteignet wurden. Seit Anfang November sind dort Bagger mit dem Abriss von vier Häusern beschäftigt.

Das Kantonsgericht gelangte nun zum Schluss, dass das öffentliche Interesse der Sicherheit und das Rechtsgut von Leib und Leben die Aussiedlung der Bewohner im gefährdeten Gebiet rechtfertigen würden. Das Interesse der Behörden an der Umsetzung der Verfügung sei beträchtlich, schreibt das Kantonsgericht in seiner Begründung.

Der schwere Eingriff in das Eigentumsrecht ist gemäss dem Kantonsgericht rechtlich vertretbar und verhältnismässig. Das Gericht verfügte, dass der Hauseigentümer keine amtlichen Kosten zu bezahlen habe, das heisst, die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates.

Weiterzug noch offen

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Grundeigentümer kann gegen den Entscheid innerhalb von 30 Tagen Beschwerde beim Bundesgericht erheben. Ob der Fall weitergezogen wird, konnte der Anwalt des Hausbesitzers auf Anfrage noch nicht sagen.

Im Frühjahr wurde bekannt, dass fünf Häuser im Gebiet Horlaui akut von Felssturz bedroht sind. Daraufhin verfügte die Gemeinde den Abbruch der Häuser. Zwei Grundeigentümer hatten dagegen Beschwerde beim Kantonsgericht eingereicht, wobei eine Beschwerde wieder zurückgezogen wurde. Die zweite wurde nun vom Kantonsgericht behandelt.


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