Gesundheitsdirektoren für schwarze Liste zu stationären Operationen

SPITALVERSORGUNG ⋅ Der Kanton Luzern finanziert ab dem 1. Juli bei Operationen, für die seiner Ansicht nach ein ambulanter Eingriff genügt, keine stationären Spitalaufenthalte mehr mit. Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren begrüssen die Initiative. Sie warnen aber vor Alleingängen der Kantone.
12. April 2017, 09:23

Wie die Konferenz der Zentralschweizer Gesundheits- und Sozialdirektorinnen und -direktoren (ZGSDK) am Mittwoch mitteilte, könnten mit dem Schritt unnötige stationäre Behandlungen vermieden und Kosten gespart werden. Mit der Beseitigung von Fehlanreizen könnten der Steuer- und der Prämienzahler entlastet werden.

Die Analyse des Kantons Luzern habe gezeigt, dass auch die Versicherer, welche die Kosten einer ambulanten Behandlung zu tragen haben, bei den ausgewählten Eingriffen weniger zahlen müssten. So finde keine Kostenverschiebung statt.

Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren wollen die Entwicklung in Luzern genau beobachten und allenfalls selber aktiv werden. Sie fordern zudem eine Koordination unter den Kantonen. Es solle verhindert werden, dass 26 möglicherweise unterschiedliche kantonalen Operationslisten erstellt würden. Die kantonalen Listen der ambulanten Spitalbehandlungen müssten aufeinander abgestimmt werden.

Im Kanton Luzern müssen ab dem 1. Juli gewisse auf einer Liste aufgeführte Spitaleingriffe ambulant durchgeführt werden. Die derzeitige provisorische Liste umfasst zwölf solche Spitalbehandlungen. Zu diesen gehört etwa der Graue Star oder der Leistenbruch. Auch im Kanton Zürich verlangte das Parlament eine Liste. Der Bund prüft eine solche ebenfalls.

Ambulante Spitaleingriffe sind günstiger als stationäre Operationen. Zudem werden ambulante Behandlungen wie Arztbesuche von der Krankenkasse finanziert. Die stationären Eingriffe werden dagegen zu 55 Prozent vom Kanton bezahlt. Werden mehr Operationen ambulant durchgeführt, können Krankenkassen und öffentliche Hand Geld sparen. (sda)


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