Grämlis-Hof: Landverteilung ist gestoppt – vorerst

HORW ⋅ Wird das Land doch nicht aufgesplittet? Der Einwohnerrat verlangt, dass der Erhalt als Ganzes geprüft wird. Doch der Gemeinderat ist nach wie vor von seinem Vorhaben überzeugt.
06. April 2017, 22:12

Die Verhandlungen sind bereits fortgeschritten. Die Gespräche mit den Bauern, die einen Teil des Lands des Grämlis-Hofs auf der Horwer Halbinsel pachten wollen, werden heute abgeschlossen. Beim zuständigen Gemeinderat Robert Odermatt (SVP) hiess es, dass die Landwirte im Mai darüber informiert werden, ob sie ein Stück des Lands erhalten.

Doch daraus wird nun nichts. Der Horwer Einwohnerrat hat am Donnerstag mit 27 zu 1 Stimmen eine Motion von Hannes Koch (L20) deutlich überwiesen. Diese verlangt, dass der Gemeinderat nochmals prüft, ob der Grämlis-Hof auch als Ganzes weiterbetrieben werden kann.

«Wir erwarten keine Doktorarbeit»

Dass der Gemeinderat das Land des Hofs – rund 17 Hektaren – auf andere Betriebe verteilen will, hat für Diskussionen gesorgt (wir berichteten). Dieses Vorgehen sei laut Odermatt nötig, weil der Hof zu klein sei, um ihn rentabel zu bewirtschaften. Zudem könne man so die umliegenden Betriebe stärken. Koch überzeugt dies nicht – zumal der Grämlis-Hof einer der grössten Betriebe auf der Halbinsel ist.

«Der Gemeinderat muss besser aufzeigen, wie die Verteilung den Bauern helfen soll.» Dafür soll er auch die Meinung der Landwirte miteinbeziehen. Es gebe keinen Grund, das Land bereits jetzt zu verteilen, weil der aktuelle Pächter den Vertrag erst per März 2018 gekündigt hat. «Wir erwarten keine Doktorarbeit, doch der Gemeinderat soll aufzeigen, welche Alternativen möglich sind», so Koch. Weiter für Kritik sorgte, dass das Land bereits jetzt verteilt werden soll, obwohl die Pläne für die Sanierung der Grämlis-Gebäude erst im September vorliegen werden.

Nun muss der Gemeinderat nochmals über die Bücher. Bis im September wird er einen Bericht und Antrag über das weitere Vorgehen in der Causa Grämlis-Hof erarbeiten. Bis dahin liegt auch die Landvergabe auf Eis.

Obwohl der Gemeinderat den Erhalt als Ganzes nochmals prüfen muss, dürfte er seine Meinung kaum ändern. «Die Fakten sind eindeutig. Der Einwohnerrat wird dies auch noch erkennen», sagt Robert Odermatt auf An­frage unserer Zeitung. «Wir haben beispielsweise auch die verlangten Abklärungen mit den Landwirten bereits getätigt.»

Allerdings äusserten Landwirte die Kritik, dass sie keine Kapazitäten hätten, um zusätzliche Parzellen zu bewirtschaften (wir berichteten). «Uns ist auch solch ein Fall bekannt», sagt Odermatt. «Wir zwingen niemandem das Land auf.» Auf der anderen Seite hätten sich rund ein Dutzend Landwirte von der Horwer Halbinsel «intensiv» für eine Parzelle des Grämlis-Lands beworben. «Dieses Interesse zeigt, dass es der richtige Weg ist, das Land aufzuteilen.»

Das Argument, dass der Grämlis-Hof grösser sei als andere Betriebe auf der Halbinsel, lässt Odermatt nicht gelten. Gerade darum wolle der Gemeinderat die anderen Betriebe stärken. «Viele Bauern pachten bereits Land von benachbarten Höfen und bewirtschaften daher faktisch bereits mehr Land.» Zudem werde das Grämlis-Land wegen Realersatzabgaben für Gewässer-aufweitungen künftig von 17 auf 14 Hektaren schrumpfen.

 

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch


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