Ehemalige Deponie wird saniert – danach wird hier wieder gegärtnert

LUZERN ⋅ Bis 2018 wird das Friedental in einen naturnahen Landschaftspark mit rund 100 Familiengartenparzellen umgestaltet. Nun haben die Hauptarbeiten für die altlastentechnische Sanierung der ehemaligen städtischen Kehrichtdeponie begonnen.

01. Dezember 2016, 09:36

In einer ersten Phase werden bis Ende Jahr Räumungs- und Rodungsarbeiten durchgeführt, wie die Stadt Luzern am Donnerstag mitteilte. Davon betroffen sind insbesondere die Familiengartenareale Sedel-West und Moorental, diverse Unterstände und Lagerhallen der Stadtgärtnerei sowie rund 2200 Quadratmeter Wald. Auf dem bereits im Sommer 2016 geräumten Familiengartenareal Riedstrasse wird zudem ein Zwischenlager für Boden- und Aushubmaterial angelegt, das ab Frühjahr 2017 für die Deponieabdeckung gebraucht wird.

Voraussichtlich im Sommer 2017 kann mit der Gestaltung des Landschaftsparks und der neuen Familiengärten begonnen werden. Der Landschaftspark wird mit einem Fusswegnetz sowie Rast- und Aufenthaltsbereichen für die Naherholung aufgewertet. Mit einer naturnahen Bepflanzung und Ersatzaufforstungen wird das Gebiet ökologisch aufgewertet.

Neu gibt es einen Gemeinschaftsgarten

Nach der Sanierung stehen im Friedental rund 100 Familiengartenparzellen zur Verfügung, in denen auf gesunden Böden ohne Einschränkungen gegärtnert werden kann. Dies entspricht einer Reduktion um rund 65 Parzellen. Die Bewirtschaftung orientiert sich künftig an den Grundsätzen des biologischen Gartenbaus. Als neues Angebot wird ein Gemeinschaftsgarten lanciert.

Die heute an verschiedenen Standorten angesiedelten Infrastrukturanlagen der Stadtgärtnerei wie Lagerplätze oder Unterstände werden im Bereich der heutigen Kompostieranlage zusammengefasst. Zudem wird die Kompostieranlage saniert und erneuert, damit sie den umwelt- und gewässerschutzrechtlichen Vorgaben entspricht und den künftigen betrieblichen Anforderungen gerecht wird.

pd/zim

Altlasten der ehemaligen Kehrichtdeponie Ried

red. 2009 wurden im Boden zahlreicher Familiengartenparzellen des Friedentals erhebliche Schadstoffbelastungen vor allem mit Schwermetallen festgestellt. Der Grund für die Belastungen ist die bis in die 1940er Jahre betriebene ehemalige städtische Kehrichtdeponie Ried.

Als Sofortmassnahme hatte die Stadt Luzern 2010 umfassende Nutzungsverbote und Nutzungseinschränkungen erlassen. Im Frühjahr 2013 hat der Grosse Stadtrat einen Kredit von 6,2 Millionen Franken bewilligt, um die Familiengartenareale zu sanieren und in einen naturnahen Landschaftspark umzugestalten. Dazu wird über der ehemaligen Deponie eine rund 0,5 bis 1,5 Meter dicke Abdeckung mit rund 40‘000 Kubikmeter Boden- und Aushubmaterial erstellt. Die Abdeckung gewährleistet, dass die genutzten Böden künftig von der Schadstoffquelle abgeschirmt sind.


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