Im Eiltempo zur Mehrzweckhalle in Hohenrain

HOHENRAIN ⋅ Die Schule im Ortsteil Kleinwangen braucht mehr Platz. Auch die Mehrzweckhalle muss saniert werden. Stimmt die Bevölkerung dem Projekt zu, könnten die Räume bereits im Herbst bezogen werden.
13. Februar 2018, 08:00

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

2,2 Millionen Franken. Das ist für eine kleine Gemeinde wie Hohenrain ein gehöriger Batzen. So viel möchte der Gemeinderat für die Sanierung der Mehrzweckhalle einen zusätzlichen Klassen- und Gruppenraum aufwenden. Zum Vergleich: Im Budget für das laufende Jahr ist ein Gesamtaufwand von 15,2 Millionen Franken vorgesehen. Und weil die Höhe des Sonderkredits mehr als 20 Prozent über dem Ertrag aus den Gemeindesteuern liegt, kann die Bevölkerung am 4. März an der Urne darüber abstimmen.

Die Zeichen für das Bauprojekt stehen gut. Denn bereits im November hat der Gemeinderat das Vorhaben an der Gemeindeversammlung vorgestellt. Damals kam das Traktandum diskussionslos durch, dem erwähnten Sonderkredit haben die 30 anwesenden Stimmbürger zugestimmt. Gegenstimmen? Keine. Entsprechend zuversichtlich gibt sich SVP-Gemeinderat und Vorsteher der Baukommission Fredy Winiger: «Die Mehrzweckhalle ist über 40 Jahre alt. Alle Beteiligten warten sehnlichst auf die Sanierung.»

Damit spielt Winiger nicht nur auf die Schüler und Lehrer der Primarschule an, sondern auch auf die zahlreichen Vereine, welche die Räumlichkeiten fleissig nutzen. Etwa der Turn- und Sportverein Kleinwangen-Lieli, dessen Mitglieder jeden Abend unter der Woche in der Halle trainieren. Oder auch die Musikgesellschaft Kleinwangen-Lieli und die Line-Dance-Gruppe. Sie müssen sich seit Jahren mit einer «stark veralteten» und sanierungsbedürftigen Gebäudetechnik rumschlagen. So weisen insbesondere die Lüftungen sowie die energie- und sicherheitstechnischen Installationen grosse Mängel auf. Zudem senkt sich der Bühnenanbau kontinuierlich ab.

In fünf Jahren: 30 Prozent mehr Schüler

Die Gelegenheit, die sich mit der Sanierung der Mehrzweckhalle ergibt, möchte die Gemeinde auch gleich nutzen, um zusätzlichen Schulraum zu bauen. Denn die Schülerzahlen steigen in den Ortsteilen Kleinwangen und Lieli. Aktuell werden im Primarschulhaus Kleinwangen 59 Kinder unterrichtet. Bereits im übernächsten Schuljahr 2019/20 werden es 69 Kinder sein und in fünf Jahren sogar 78. Der zusätzliche Klassen- und Gruppenraum soll hier Abhilfe schaffen. «Damit können wir die optimalen Klassengrössen halten», sagt Fredy Winiger dazu. Der Durchschnitt liegt derzeit bei 19,7 Schüler pro Klasse.

Der Anbau für das zusätzliche Klassenzimmer und den Gruppenraum soll oberhalb der bereits vorhandenen Garderoben und des alten Feuerwehrmagazins zu stehen kommen. Weiter ist ­geplant, auf dem Dach eine 110 Quadratmeter grosse Fotovoltaikanlage zu installieren. «Sie deckt künftig rund die Hälfte des Strombedarfs der Mehrzweckhalle und des Schulhauses ab», heisst es hierzu in der Abstimmungsbotschaft. Auch die alten Ölheizungen werden mit einer «umweltschonenden» Pelletheizung ersetzt. Das ganze Gebäude wird zudem rollstuhlgängig gemacht. Die Investitionen von 2,2 Millionen Franken sollen keinen Einfluss auf den aktuellen Steuerfuss von 2,25 Einheiten haben.

Einen Einfluss wird aber das Abstimmungsresultat vom 4. März haben. Wird dem Projekt zugestimmt, dann sollen die Bauarbeiten bereits im Frühsommer beginnen. Und schon nach den Herbstferien sollen die Räume bezugsbereit sein. «Das ist ein ambitionierter Zeitplan, dessen sind wir uns bewusst», sagt Gemeinderat Winiger. «Aber bisher verlief alles wunschgemäss – dasselbe hoffen wir nun für die weiteren Arbeiten.»


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