Nur eine Bewerbung für Bebauung der Industriestrasse

LUZERN ⋅ Für die Realisierung eines neuen Wohn- und Arbeitsquartiers an der Industriestrasse in Luzern ist nur eine Bewerbung eingegangen. Sie stammt von einer Kooperation aus fünf Genossenschaften.

17. April 2015, 16:21

Am 23. September 2012 haben die Stimmberechtigten der Stadt Luzern die Initiative «Ja zu einer lebendigen Industriestrasse» angenommen. Der Initiativtext besagt, dass die Stadt ihr Areal an der Industriestrasse einem gemeinnützigen Wohnbauträger im Baurecht abgeben muss. Der Stadtrat hat im September 2014 eine Ausschreibung gestartet, an der die Kooperation Industriestrasse trotz der schweizweiten Ausschreibung als einzige Bewerberin teilgenommen hat.

Die Kooperation ist ein Zusammenschluss der an der Arealentwicklung Industriestrasse interessierten Luzerner Genossenschaften. In ihr vertreten sind die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (abl), die Baugenossenschaft Wohnwerk Luzern, die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Industriestrasse Luzern (GWI), die Liberale Baugenossenschaft Sternmatt-Tribschen Luzern und die Wogeno Luzern.

Baurechtsvertrag bis im September 2015

Die «gute und spannende» Bewerbung der Kooperation Industriestrasse hat das Beurteilungsgremium und den Stadtrat überzeugt. Die Bewerberin hat die Vorgaben und Empfehlungen zum grossen Teil erfüllt. Die noch offenen Punkte werden in den nun anstehenden Verhandlungen für einen Baurechtsvertrag geklärt. Bei positivem Verhandlungsverlauf wird der Kooperation der Zuschlag erteilt. Ziel des Stadtrates ist es, dem Grossen Stadtrat im September 2015 den Baurechtsvertrag mit der Kooperation Industriestrasse zur Genehmigung vorzulegen.

An der Industriestrasse soll ein lebendiges Wohn- und Arbeitsquartier mit einer eigenständigen Identität und bezahlbaren Wohnungen entstehen. Der Schwerpunkt soll auf Familienwohnungen liegen. Das Gebäude an der Industriestrasse 9 wird erhalten. Das sogenannte Käselager, das heute zu Kultur- und Wohnzwecken genutzt wird, ist im Bauinventar als erhaltenswert eingetragen. Die künftige Bebauung an der Industriestrasse wird zudem die Kriterien für das 2000-Watt-Gesellschaft-Zertifikat erfüllen.

pd/shä

Reaktion der IG Industriestrasse

Die IG Industriestrasse (IGI) ist gemäss Mitteilung erfreut, dass es nun vorwärts geht. Mit der Abgabe an die Kooperation Industriestrasse mit fünf lokal verankerten Genossenschaften könne die Initiative «Für eine lebendige Industriestrasse» umgesetzt werden. Bei den Verhandlungen um den definitiven Zuschlag darf das Konzept zur Weiterentwicklung des Areals aber nicht verwässert werden.

Die IG beharrt auf den von der Luzerner Bevölkerung gutgeheissenen Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum und einem lebendigen Quartier mit Raum Kultur. Dies kann nur mit einem angemessenen Baurechtszins und der etappierten Weiterentwicklung des Areals geschehen. Der Stadtrat und das städtische Parlament stehen nun in der Pflicht den Volkswillen umzusetzen. Deshalb darf die Umsetzung des einzig vorliegenden Projekts nicht mit unrealistischen Vorgaben und Forderungen torpediert werden.

pd/rem


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