Jäger streiten sich um das Jagdrevier

ADLIGENSWIL ⋅ Am 1. April beginnt im Kanton Luzern die neue Jagdperiode 2017–2025. Wer in Adligenswil künftig schiessen darf, ist aber noch ungewiss. Der Kanton musste die Jagderlaubnis kurzfristig neu ausschreiben.
17. März 2017, 07:06

Hugo Bischof
hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Um das Jagdrevier Adligenswil ist ein Streit entbrannt. Gemäss Luzerner Kantonsblatt muss dieses nochmals zur Verpachtung ausgeschrieben werden werden. Die erste Ausschreibung für die am 1. April beginnende neue Jagdperiode 2017–2025 ist ergebnislos geblieben. Somit steht Adligenswil als einziges der insgesamt 122 Reviere im Kanton Luzern zurzeit ohne Pächter da.

Was ist passiert? 12,8 Quadratkilometer Wald, Wiese und Siedlung umfasst das Jagdrevier Adligenswil. Neben dem Gemeindegebiet von Adligenswil gehören auch Teile von Ebikon, Dierikon und der Stadt Luzern dazu. Jagen durfte hier in den letzten acht ­Jahren – so lange dauert eine Jagdrevier-Pachtperiode – die Jagd­gesellschaft Adligenswil.

Zu wenig jagdberechtigte Personen

«Bei der ersten Ausschreibung für die neue Jagdpachtperiode ist eine Bewerbung fristgerecht eingegangen», bestätigt Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei bei der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa). Von wem die Bewerbung stammt, darf Ulmann amtshalber nicht sagen. Dass es sich dabei um die Jagdgesellschaft Adligenswil handelt, liegt aber auf der Hand.

Warum aber hat sie nicht den Zuschlag erhalten? «Die Verpachtung darf nur an eine Jagdgesellschaft erfolgen, die aus einer Mindestzahl jagdberechtigter Personen besteht», erklärt Ulmann. «Im Jagdrevier Adligenswil sind dies minimal 7, maximal 14 Personen.» Die Mindestzahl sei bei der Bewerbung vorgelegen. «Doch vor Vertragsunterschrift hat sich die Zahl reduziert – unter die Limite von 7», betont Ullmann. Mehr dazu sagen will er nicht.

Das lässt darauf schliessen, dass es in der Jagdgesellschaft Adligenswil unterschiedliche Ansichten über die künftige Bejagung des Reviers gab, worauf sich diese in zwei Gruppen aufsplittete, die aber beide für sich allein nicht genügend Mitglieder hatten. Das bestätigt auf Anfrage Beat Bridel, der bisherige Obmann der Jagdgesellschaft. Den konkreten Streitgrund will er nicht nennen: «Ich verhandle mit beiden Gruppen und bin überzeugt, dass wir eine gute Lösung finden werden.»

Bridel hat gemäss eigener Aussage fünf der bisherigen Jagdpächter hinter sich: «Dazu kommen zwei neue aus Adligenswil sowie einer von auswärts.» Das reiche aus, um eine neue, gültige Bewerbung einzureichen. Der 73-jährige Bridel hat auf die neue Pachtperiode seinen Rücktritt als Obmann eingereicht. «Ich will einer jüngeren Kraft Platz machen.» Sein Nachfolger als Obmann der Jagdgesellschaft Adligenswil sei Erhard Jauch. Gemäss dem neuen kantonalen Revierförster Renatus Birrer ist Adligenswil generell ein interessantes Jagdrevier. «Die Jagdgesellschaft Adligenswil war hier in den vergangenen Jahren sehr aktiv.»

Kommt’s zur Versteigerung des Jagdreviers?

Wie es weitergeht, ist offen. Denkbar ist, dass es bei der jetzigen, zweiten Ausschreibung zu einer Kampfwahl kommt. «Es wird möglicherweise auf zwei Bewerbergruppen hinauslaufen», lässt auch Peter Ulmann durchblicken. Bis am 10. April können Bewerbungen beim Gemeinderat eingereicht werden. Bewerben sich mehr als eine Jagdgesellschaft, kommt es zur Versteigerung. Diese würde am Mittwoch, 12. April, im Gemeindehaus Adligenswil über die Bühne gehen. Durchaus denkbar, dass der Mindestpachtzins von 4704 Franken dann überschritten würde.


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