Kriens will Heime auslagern

LUZERN ⋅ Nach der Stadt Luzern will auch die Gemeinde Kriens die Pflegeversorgung in eine Aktiengesellschaft auslagern. Das letzte Wort hat das Volk an der Urne.

16. April 2015, 13:12

Die Gemeinde Kriens legt dem Parlament einen Bericht vor, in welchem er die Verselbständigung der Heime zur Diskussion stellt. Sie sollen organisatorisch aus der Gemeindeverwaltung ausgelagert und ihre Aufgaben von einer Aktiengesellschaft übernommen werden.

Der Gemeinderat stellte sich die Frage, wie die Gemeinde ihren Auftrag, älteren oder pflegebedürftigen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen, auch in Zukunft erfüllen könne, schreibt er in einer Medienmitteilung vom Donnerstag.

Anhand des erstellten Planungsberichts «Heime Kriens als Aktiengesellschaft» will der Gemeinderat diese Frage nun mit dem Einwohnerrat diskutieren. Der Bericht zeige auf, wie die Gemeinde und die Heime für bevorstehende Hindernisse gewappnet seien, heisst es weiter.

Im Zentrum stehe dabei die Absicht des Gemeinderats, eine gemeinnützige Aktiengesellschaft zu gründen und dieser die Aufgabe zu übertragen, die Heime zu führen und deren Dienstleistungen zu erbringen, heisst es weiter.

Diese neue Rechtsform ausserhalb der Strukturen der Gemeindeverwaltung würde den Heimen den nötigen wirtschaftlichen Handlungsspielraum eröffnen, um die Dienstleistungen auf einem qualitativ hohen Niveau anbieten und weiter entwickeln zu können, ist der Gemeinderat überzeugt.

Zeichnet sich im Rahmen der Parlamentsdebatte eine Mehrheit für die Verselbständigung der Heime ab, will der Gemeinderat dem Einwohnerrat noch in diesem Jahr die notwendigen Dokumente mit einem Bericht zur Beschlussfassung vorlegen.

Am 28. Mai debattiert der Einwohnerrat über den Bericht. Danach sollen bis Ende Jahr die notwendigen Dokumente mit einerm Bericht zur Beschlussfassung ausgearbeitet werden. Die Volksabstimmung ist auf Frühling 2016 terminiert. Die Umsetzung ist auf den 1. Januar 2017 geplant.

Zukunft Heim Grossfeld

Zu den Kernaufgaben der neuen Aktiengesellschaft soll es auch gehören, dass sie die Heiminfrastruktur auf einem aktuellen Stand behält. Dazu gehört auch die Erneuerung des Pflegeheims Grossfeld. Dieses vor mehr als vierzig Jahren erstellte Heim mit über 260 Plätzen muss saniert werden. Deshalb sollen an Stelle des jetzigen Heims zwei Neubauten erstellt werden. Erst dieser Neubau mit einer Kapazitätserweiterung würde es der Gemeinde Kriens ermöglichen, die für kommende Jahre benötigte Zahl an Pflegebetten und Betreuungsplätzen bereit stellen zu können.

In der aktuellen Finanzplanung sind Ausgaben für Vorbereitungsarbeiten eingestellt. Der Gemeinderat will deshalb die Planung noch in diesem Jahr anstossen. Eine Realisierung des Bauvorhabens soll aber durch Aktiengesellschaft erfolgen. Dadurch kann die Investitionsrechnung der Gemeinde entlastet und eine zusätzliche Verschuldung der Gemeinde vermieden werden.

sda/rem


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