Lösung für Golfclub Flühli-Sörenberg in greifbarer Nähe

FLÜHLI ⋅ Den Golfclub Flühli-Sörenberg plagen seit geraumer Zeit finanzielle Probleme. Nun springt wohl eine Pächterfamilie als Retterin in der Not ein.
21. März 2017, 07:13

Noch vor vier Monaten sah es düster aus für den Golfclub Flühli-Sörenberg. Silvio Knecht, der damalige Übergangspräsident, sagte gegenüber unserer Zeitung: «Es kann sein, dass auf dem Standort des Golfplatzes bald wieder Kühe und Geissen grasen.» Dies wegen des Mitgliederschwunds der vergangenen Jahre und der damit einhergehenden finanziellen Schwierigkeiten des Vereins (Ausgabe vom 26. November 2016).

Nun scheint es, als ob der Golfclub gerettet wird, wie «Regionaljournal Zentralschweiz» berichtet. An der Generalversammlung vom Samstag informierte der Verein, dass eine Familie «aus der Region» Interesse bekunde, den Golfplatz als neue Pächter weiterzuführen. Mario Bucher, neu für die Kommunikation im Verein zuständig, sagt auf Anfrage: «Der Golfclub Flühli-Sörenberg wird mit 98 Prozent Sicherheit weitergeführt.» Um welche Familie es sich handelt, gibt er aber noch nicht bekannt.

Sechs Wochen Zeit für Verhandlungen

Nun hat der Vorstand sechs Wochen Zeit, um mit der Familie zu verhandeln. Falls wider Erwarten keine Einigung erzielt wird, «müsste der Golfclub Ende April die Bilanz deponieren», wie es in einer Medienmitteilung heisst. Welche Summen im Spiel sind, will Mario Bucher nicht sagen. Falls sich die Parteien aber finden, soll die heutige Struktur durch eine «zukunftsgesicherte, nachhaltig finanzierte Trägerschaft unter der Führung der Pächterfamilie» abgelöst werden. Die Lösung sieht vor, dass die Pächterfamilie eine Betreibergesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft gründet. Diese soll von der heutigen Golfplatzgenossenschaft sämtliche betriebs­notwendigen Mittel übernehmen und den operativen Betrieb sicherstellen. Also etwa das Clubhaus oder den Platz unterhalten.

Künftig soll weiterhin ein Golfclub als Verein für die spielerischen Belange zuständig sein, «allerdings ohne die finanziellen Belastungen durch die Infrastruktur und das Personal», heisst es im Schreiben. Diese würden durch die neue Betreibergesellschaft übernommen. Laut Kommunikationschef Bucher ist zudem geplant, den Golfclub Flühli-Sörenberg bis Ende Jahr aufzulösen. Danach soll die Pächterfamilie einen neuen Verein gründen. Dies sei nötig, um die Spielberechtigung zu erhalten.

Mario Bucher blickt auch voraus: «Wichtig ist künftig, dass die Zusammenarbeit mit der Unesco-Biosphäre Entlebuch verstärkt wird.» Dies im Hinblick auf die schwindende Zahl Spieler, die das Green in Flühli bespielen – Ende 2016 waren noch knapp 200 Mitglieder im Verein. Bucher führt aus, dass die Golfplatz-Konkurrenz aus dem Mittelland in den letzten Jahren stärker geworden sei. Er empfiehlt, dass die Region vermehrt in den Tourismus investiert. Dadurch würden auch, so seine Hoffnung, vermehrt sogenannte Greenfee-Spieler nach Flühli kommen. Dies sind Nicht-Vereinsmitglieder, die gegen eine Gebühr den Platz bespielen können.

An der GV vom Samstag wurde zudem der Vorstand neu gewählt. Übergangspräsident Silvio Knecht tritt ab, der Verein wird nun von Daniel Wüthrich geführt, der vorher Beisitzer war. Hans Hofer ist neu Captain, und Mario Bucher ist neben der Kommunikation als Aktuar tätig.

 

Matthias Stadler

matthias.stadler@luzernerzeitung.ch


Login

 
Leserkommentare

Anzeige: