Luzerner Fest will sich neu ausrichten

LUZERN ⋅ Die Zahl der verkauften Abzeichen hat zuletzt stark abgenommen. Jetzt versuchen die Organisatoren zu reagieren – dabei wird auch einer der Festhöhepunkte in Frage gestellt.

30. November 2016, 05:00

Das Luzerner Fest erzielte dieses Jahr für einmal keinen Gewinn. Grund dafür war der Besucherrückgang wegen Schlechtwetters. Das letzte Juni-Wochenende, an dem das Fest jeweils durchgeführt wird, sei heuer «rüüdig verreckt verseicht» gewesen, sagte der zurücktretende OK-Chef Oliver Furrer gestern an einer Medienkonferenz. 75 000 Besucher kamen dieses Jahr. 2015 waren es bei bestem Wetter rund 100 000. Entsprechend wurden auch weniger Festabzeichen verkauft, nämlich nur 11 844 (Vorjahr: 18 300). Um keine roten Zahlen zu schreiben, bezog das Luzerner Fest 64 000 Franken aus Rückstellungen früherer Jahre.

Dennoch konnte das OK Luzerner Fest der Stiftung Luzerner helfen Luzernern auch dieses Jahr 51 000 Franken überweisen – dank Sponsoren. Dieses Geld kommt vollumfänglich gemeinnützigen Institutionen im Kanton Luzern zugute. Weitere 16 500 Franken für den guten Zweck kamen durch das «Lozärner Alt­stadt-Fäscht» hinzu. Insgesamt 67 500 Franken konnten so gestern verteilt werden. Folgende Institutionen erhalten dieses Jahr Beiträge der Stiftung Luzerner helfen Luzernern: Stiftung Profil Arbeit & Handicap, Verein Jobdach, Seetal Tixi, SAH Zentralschweiz, Verein Die Pension, Luzerner Verein LISA und Caritas Luzern.

Geplant sind «grundlegende Änderungen»

Trotz rückläufiger Erträge sei das Luzerner Fest weiterhin «eine Erfolgsgeschichte», sagte Oliver Furrer. Es wird deshalb auch in den kommenden Jahren stattfinden, allerdings mit einigen «grundlegenden Änderungen», sagte Corinne Imbach, die neue OK-Präsidentin. Sie betonte: «Wir wollen, dass sich die Besucher wieder mehr mit dem gemeinnützigen Motto des Luzerner Fests identifizieren.» Dieses werde künftig vermehrt mit Luzerner Vereinen und Einzelpersonen zusammenarbeiten: «Wir wollen die Luzerner Kulturlandschaft vermehrt einbeziehen.»

Oberstes Ziel müsse es bleiben, möglichst viel Geld für die Stiftung Luzerner helfen Luzernern zu sammeln. Deshalb gebe es auch Anpassungen auf der Ertragsseite. Auf Nachfrage bestätigte die neue OK-Chefin, dass man sich überlege, eventuell auf das grosse Feuerwerk am Fest zu verzichten. Dieses ist mit rund 100 000 Franken der grösste Ausgabenposten. Es lockt jeweils viele Zuschauer an, verursacht aber wegen der SBB-Extrazüge, die vom Luzerner Fest bezahlt werden müssen, hohe Kosten.

Einerseits könnte das Luzerner Fest mit der Streichung des Feuerwerks Kosten einsparen, die letztlich der Stiftung Luzerner helfen Luzernern zugutekämen. Andererseits würde das Fest danach wohl weniger Besucher anziehen. Mit einer Publikums­umfrage will unsere Zeitung nun herausfinden, wie wichtig das Feuerwerk am Luzerner Fest für die Bevölkerung ist oder ob ein Verzicht darauf denkbar wäre. Auch in anderen Sparten könnte es gemäss Imbach Anpassungen geben: «Unter anderem überlegen wir uns, ob wir mit dem Festabzeichen-Verkauf schon vor dem Luzerner Fest beginnen sollen.» Auch eine räumliche Verkleinerung des Fests ist ein Thema. Imbach: «Wir wollen nicht mehr das grösste, sondern das schönste Fest der Zentralschweiz sein.» Um gegen Schlechtwetter gewappnet zu sein, überlege man sich auch, mehr Events in Innenräumen durchzuführen.

Braucht es ein Feuerwerk am Luzerner Fest? Reden Sie mit auf: www.luzernerzeitung.ch/forum


Hugo Bischof
 

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Rund 75'000 Besucher säumten am vergangenen Wochenende Luzerns Strassen am Luzerner Fest. Die Bilanz fällt positiv aus, allerdings war der Besucherrückgang deutlich spürbar.


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