Luzerner Grafikerin erinnert sich an Vietnamkrieg

AUSSTELLUNG ⋅ Die Luzerner Grafikerin Maria Arnold ist im Vietnamkrieg in dem südostasiatischen Land in Gefangenschaft gesessen. In ihrer Einzelausstellung in der Kunsthalle Luzern widmet sie sich der Vietnampolitik und deren Entwicklung seit dem Krieg.
20. April 2017, 16:34

"Warum erlaubt uns die Natur die Augen zu schliessen?" heisst die am Freitagabend eröffnete Ausstellung, die bis am 11. Juni in der Kunsthalle zu sehen ist. Begleitet wird die Ausstellung von einem Buchprojekt.

Maria Arnold ist 1949 geboren worden und in Luzern aufgewachsen. 1969 bis 1975 arbeitete sie als Arztgehilfin in Vietnam, wo sie mehrere Monate in Gefangenschaft gehalten wurde. Danach studierte sie in Luzern an der Schule für Gestaltung Grafik und führte von 1985 bis 1995 in Paris ein Grafikatelier. Sie war als Dozentin tätig und arbeitet heute als freischaffende Künstlerin und Illustratorin.

Die Erlebnisse im Vietnam prägten Maria Arnold und ihre künstlerische Tätigkeit nachhaltig. In ihrer Luzerner Ausstellung stehen die Protagonisten des Vietnamkrieges - der frühere US-Präsident Richard Nixon und sein Berater Henry Kissinger, der vietnamesische Präsident Ho Chi Minh oder Leonid Breschnew, Vorsitzender der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) - im Zentrum. Mit digitalen Illustrationen und Papierobjekten erinnert sich die Künstlerin an den Krieg, aber auch an Orte ihrer Kindheit.

Zur Ausstellung gehört auch ein Rahmenprogramm, das am Wochenende vom 27. bis 29. Mai stattfindet. Es besteht aus einer Performance, einer Videoausstellung sowie einer Lesung mit einem Künstlergespräch. (sda)


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