Instrumentallehrer gehen vor Gericht

LUZERN ⋅ Instrumentallehrer der Luzerner Mittelschulen akzeptieren die Sparmassnahmen des Kantons nicht. Sie haben gegen die Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen beim Kantonsgericht Beschwerde eingereicht.

10. März 2015, 09:53

Zum wiederholten Male seien die Instrumentallehrer der Mittelschulen von einem Sparpaket des Kantons direkt betroffen, heisst es in der Mitteilung vom Dienstag. Die Instrumentallehrer wurden nach eigenen Angaben in der Lohnklasse zurückgestuft. Zudem wurde die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung um vier auf 37 Lektionen erhöht. Das bedeute noch mehr arbeiten und noch weniger verdienen, schreiben die Lehrer. Der Kanton spare jährlich 700'000 Franken oder pro Lehrer im Schnitt 5000 Franken. Die Konsequenzen daraus: Entlassungen und bedrohte Existenzen, Weggang erfahrener und kompetener Lehrer in andere Kantone, Qualitätsminderung des Instrumentalunterrichts an den Mittelschulen sowie sinkende Motivation der Lehrpersonen.

«Massnahmen unverhältnismässig»

100 der 140 an den Mittelschulen tätigen Instrumentallehrer verlangen vom Kantonsgericht, dass es diese Änderungen überprüft. Die Massnahmen seien unverhältnismässig und verletzten die Grundsätze der Gleichbehandlung der personalpolitischen Leitlinien des Personalgesetzes.

Die Instrumentallehrer schreiben, dass sie schon heute trotz eines mehrjährigen Hochschulstudiums gegenüber anderen Fachlehrern an den Mittelschulen benachteiligt seien. Die Löhne seien um einen Viertel tiefer, das wöchentliche Vollpensum sei zehn Lektionen höher. Eine erneute Vergrösserung der Differenz könne nicht akzeptiert werden.

Musikalische Bildung müsse einen Preis haben

Die vom Regierungsrat beschlossenen Massnahmen führen gemäss den Instrumentallehrern zu einer Qualitätsminderung des Instrumentalunterrichts. Der Kanton müsse sich aber dazu bekennen, dass eine gute musikalische Bildung ihren Preis habe.

Sie wehrten sich dagegen, dass der Kanton Luzern, der sich immer wieder gerne als Kultur- und Musikmetropole präsentiere, genau dort sparen wolle, wo Talente gefördert und ausgebildet würden, schreiben die Instrumentallehrer.

Die Instrumentallehrer verweisen zudem darauf, dass sie schon in der Vergangenheit einen grossen Schüler- und damit Pensenrückgang hätten verkraften müssen, dies nachdem die Elternbeiträge an den Unterricht erhöht worden seien.

«Mit dem Gesuch um Prüfung der Massnahmen vor Kantonsgericht wollen wir auf juristischem Weg erreichen, dass der Kanton Luzern auf diesen politischen Entscheid zurückkommt», schreiben die Lehrer. Es sei ein Kampf von David gegen Goliath.

Unterstützt werden die Instrumentallehrer von mehreren Personalverbänden (Luzerner Staatspersonalverband, Verband Luzerner Mittelschullehrpersonen, Musiklehrerverband,  Luzerner Lehrerverband und Schweizerischer  Musikpädagogischer Verband).

rem/sda


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