Mehr Schutz dank neuer Kleider

SICHERHEIT ⋅ Für fast 2,6 Millionen Franken erhalten Zentralschweizer Polizisten eine neue Ausrüstung. Hätten sich die Korps nicht zusammengeschlossen, wäre es teurer gekommen.
21. März 2017, 20:02

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Sie ist moderner, komfortabler, sicherer: Die Zentralschweizer Polizeikorps haben eine neue Ausrüstung für den Ordnungsdienst angeschafft. Also für jene Polizisten, die im Fronteinsatz stehen, wenn die Polizei mit einer höheren Gewaltbereitschaft rechnen muss, zum Beispiel bei bestimmten Sportanlässen. Grund für den Einkauf: Die alte Montur war in die Jahre gekommen. «Wir mussten bestehendes Material ergänzen. Zudem genügten die Schutzmassnahmen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen», sagt der Mediensprecher der Luzerner Polizei, Kurt Graf.

Für die Beschaffung haben sich die Zentralschweizer Korps zusammengeschlossen. Dadurch treten sie in Zukunft in einem einheitlichen Erscheinungsbild auf. Und: «Wir konnten so wirtschaftlich interessante Angebote einholen», so Graf. Insgesamt kauften die Korps 800 Monturen, eine einzelne für 3200 Franken. Unter dem Strich kostet das Projekt also fast 2,6 Millionen Franken. Dafür kommen die einzelnen Kantone selber auf. Wie hoch der jeweilige Betrag ist, konnte Graf gestern nicht sagen. Ebenso wenig, wie viele Ausrüstungen auf die einzelnen Korps verteilt worden sind. «Solche Informationen geben wir aus polizei­taktischen Gründen nicht preis.»

Polizei reagiert auf Laserattacken

Die neue Ausrüstung soll die Polizisten also besser schützen. Daher besteht sie aus einem Stoff, der sehr schwer Feuer fängt. Das Oberkörperteil ist zudem mit einem Schlag- und Stichschutz versehen. Weiter sind flexible und leichtere Arm- und Beinprotektoren inbegriffen. «Die neue Schutzbekleidung ist bequemer zu tragen, was besonders lange Einsätze angenehmer macht», so Graf. Zum Vollschutz gehören nebst Helm und Handschuhen ein Schild, eine Schutzmaske und eine Laserschutzbrille. Graf zum letzten Punkt: «In der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass Laserpointer gegen Einsatzkräfte verwendet wurden. Dem wollten wir jetzt vorbeugen.» Die neue Ausrüstung kam bereits zum Einsatz: namentlich bei Heimspielen des FC Luzern. Noch haben aber nicht alle Korps die Montur erhalten. «Die Ausrüstung wurde Ende letzten Jahres geliefert, die Verteilung der Exemplare auf die verschiedenen Korps ist logistisch aber nicht ganz einfach», sagt Graf dazu. Die Umrüstung solle gestaffelt vonstattengehen. Bis ins Jahr 2020 dürften dann alle Zentralschweizer Korps komplett mit der neuen Montur ausgerüstet sein. In Luzern ist die Umrüstung derweil nicht vorbei. Sie geht im Bereich Terrorbekämpfung weiter: Der Regierungsrat kündigte letzten Sommer an, dass die Polizei mit ballistischen Schutzwesten der höchsten Klasse ausgerüstet werden solle. Es bestehe «dringender Handlungsbedarf» (Ausgabe vom 30. August 2016). Dieses Projekt ist gemäss Graf derzeit im Gang: «Die Beschaffung läuft, Teile davon wurden bereits geliefert.» In unmittelbarer Zukunft stehe das restliche Material zur Verfügung.

Hinweis:

Lesen Sie hier das Interview mit der höchsten Polizistin der Schweiz: «Sicherheit darf nicht verscherbelt werden» ».


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