Mühlihof wird von Grund auf neu errichtet

ALBERSWIL ⋅ Von der Steinermühle ist derzeit nichts mehr zu sehen. Das 150 Jahre alte Gebäude wird aber bis in zwei Jahren fast wieder so errichtet wie 1865 – inklusive eines eigenen Kraftwerks.

03. Oktober 2016, 05:00

Die Steinermühle unterhalb des Schlosses Kastelen ist ein markantes Gebäude mit mehreren Flügeln und einem imposanten Dachstuhl. Zumindest war sie das bis vor kurzer Zeit. Von dem fünfstöckigen Haus, das 1865 gebaut wurde und in dem 122 Jahre ein Mühlebetrieb war, ist heute nichts mehr zu sehen. Dort, wo bis 1987 Getreide gemahlen wurde, war es in den letzten 25 Jahren still. Die Steinermühle stand leer. Bewegung kam dafür auf, als am 4. April in diesem Jahr die Abbrucharbeiten in Angriff genommen wurden. Heute steht im wahrsten Sinn des Wortes kein Stein mehr auf dem anderen. Denn das Gemäuer wurde in diesem Frühling Stück für Stück abgetragen (wir berichteten).

Baubeginn erfolgte plangemäss

Dafür ist jetzt wieder Leben auf dem Gelände eingekehrt. «Vor wenigen Tagen wurde die Baustelleninstallation fertiggestellt. Am 29. September erfolgte plangemäss der Baubeginn des Wasserkraftwerks und der Energiezentrale», sagt Franz Schwegler, Präsident der Agrovision Ressourcen AG, der Gesellschaft, die die Steinermühle wieder aufleben lässt.

Wenige Meter rechts von der Strasse, die von Dagmersellen her nach Willisau führt, entsteht nun der Mühlihof, der Ersatzneubau zur Steinermühle. Eine völlig andere Geschichte wird in Alberswil nun aber nicht aus dem Boden gestampft. Im Gegenteil: «Der neue Mühlihof orientiert sich in Aussenmassen und Volumen am früheren Bau. Das Gebäude präsentiert sich als Abguss der einstigen Getreidemühle. Jedoch neu interpretiert und strukturiert in einem schlichten Gewand», beschreibt Schwegler das Projekt. Beauftragt mit dem Projekt wurde das Architekturbüro Bon Gysin und Partner in Zürich. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege haben die Architekten den Neubau entwickelt. Eine Sanierung der denkmalgeschützten Mühle war laut Schwegler bautechnisch und wirtschaftlich nicht möglich.

Eigene Energiezentrale mit Kraftwerkanlage

Geplant ist im Parterre ein Aparthotel mit acht Kleinwohnungen für 24 Betten. In den anderen Geschossen entstehen 15 Zweieinhalb-, Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen, und als zeitgemässes Schmuckstück werden zwei Maisonette-Wohnungen entstehen. Der Mühlihof verfügt auch über eine Energiezentrale. Die historische Kraftwerkanlage wurde restauriert, und es wird ein modernes Wasserkraftwerk gebaut. Ebenfalls in diesem Gebäudeteil erfolgt eine Wärmeerzeugung mit einer Wasserumwälzpumpe für das Haus und vielleicht auch für öffentliche Gebäude der Gemeinde Alberswil. «Der Energiebedarf wird in der eigenen Anlage gedeckt», sagt Schwegler.

Das Kraftwerk wird gemäss Bauprogramm am 16. Dezember an die Bauherrschaft übergeben. Die Baumeisterarbeiten beginnen im Februar 2017. Bauende ist Anfang September 2018.

Roger Rüeggerroger.rueegger@luzernerzeitung.ch


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