Musiker verheimlichte seine Gagen gegenüber Sozialamt

KRIMINALGERICHT ⋅ Ein Mann aus Emmen bezog IV-Beiträge und verdiente nebenbei Geld als Musiker. Dafür wird er nun bestraft.

05. Januar 2016, 05:00

Ein 49-jähriger Serbe hat seine CDs verkauft, ist mit seiner Band aufgetreten und verdiente damit Geld. Dabei bezog er in der selben Zeit IV-Gelder. Die als Musiker eingenommenen Gelder hat er dem Sozialamt sowie der Versicherung aber verschwiegen. Das Kriminalgericht des Kantons Luzern hat den in Emmenbrücke wohnhaften Mann nun des mehrfachen Betrugs schuldig gesprochen. Er wird mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 20 Franken, insgesamt 3000 Franken bestraft, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss er einen Fünftel der Verfahrenskosten tragen. 7660 Franken muss der 49-jährige Serbe somit bezahlen. Die restlichen Verfahrenskosten trägt der Staat.

Beweismittel für die Staatsanwaltschaft waren unter anderem eine sichergestellte DVD von einer Hochzeit sowie zwei CDs der Band, die gemäss Recherchen unserer Zeitung Zigeunermusik spielt.

Hat er Arbeitsunfähigkeit simuliert?

War der Musiker demnach trotz IV arbeitsfähig? Wie das Kriminalgericht ausführt, ist eine Simulation der Arbeitsunfähigkeit nicht genügend nachgewiesen. Somit ist das Hauptdelikt des Beschuldigten lediglich, dass er seine Einnahmen nicht angegeben habe – ein umfangreicher Betrug indes wurde nicht bewiesen. Deshalb reduziert sich der Deliktsbetrag gegenüber der Anklage massiv.

«Kein Kommentar»

Christian Renggli, stellvertretender Generalsekretär der Luzerner Gerichte, sagt auf Anfrage: «Weitere Angaben zum Fall wird das begründete Urteil enthalten.» Ob es überhaupt eine ausführliche Urteilsbegründung geben wird, ist allerdings unklar. Die Parteien können ein solches innert zehn Tagen verlangen beziehungsweise Berufung gegen das Gerichtsurteil einlegen. Auf eine entsprechende Nachfrage an den Anwalt des Beschuldigten, ob Berufung eingereicht wird, hiess es lediglich: «Kein Kommentar.»

Raphael Gutzwiller


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