Neuschwand wird abgespeckt

EMMEN ⋅ Im Bebauungsplan für das Herdschwand-Areal wurde der Umfang der Neubauten reduziert. Gemäss Gemeinderat ist die Qualität dadurch höher – die Gemeinde kassiert dafür weniger Geld.
Aktualisiert: 
16.03.2017, 19:00
16. März 2017, 11:48

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Nächste Runde für das Herdschwand-Areal in Emmen: Der überarbeitete Bebauungsplan Neuschwand liegt seit Donnerstag öffentlich auf. Definitiv steht nun fest, dass das Projekt abgespeckt wurde, wie unsere Zeitung bereits im Januar publik machte (Ausgabe vom 14. Januar 2017).

Statt der ursprünglich sieben Mehrfamilienhäuser können nur fünf gebaut werden. Ausserdem wird das Personalhaus des ehemaligen Betagtenzentrums stehen bleiben. Anfangs war vorgesehen, dieses durch Reiheneinfamilienhäuser zu ersetzen. Doch das ist gar nicht möglich, da die im Norden des Areals stehende geschützte Baumgruppe den Reihenhäusern hätte weichen müssen. Dies dürfte all jene Kritiker des Projekts freuen, die einen Erhalt der bestehenden Bausubstanz fordern.

1,5 Millionen Franken weniger Ertrag

Dass das Projekt bei den Mehrfamilienhäusern Federn lassen musste, hat für die Gemeinde Emmen finanzielle Konsequenzen. Gemäss Vorkaufvertrag mit der Projektentwicklerin Losinger Marazzi AG ist nämlich der Kaufpreis an die Geschossfläche gekoppelt. Diese wurde durch die Reduktion der Gebäude von 18200 auf 16311 Quadratmeter verkleinert – der Verkaufpreis reduziert sich somit von 18 Millionen auf rund 16,5 Millionen Franken.

«Es ging uns nie um Gewinnoptimierung, sondern wir wollen ein qualitativ hochwertiges Projekt, das mit der Umgebung verträglich ist», sagt dazu Gemeindepräsident Rolf Born (FDP). Dennoch sei die Gemeinde auf den Verkaufsertrag angewiesen: 6 Millionen Franken muss sie an die Betagtenzentren Emmen AG zahlen für die frühzeitige Auflösung des Baurechtsvertrags Herdschwand. Mit den übrigen 10 Millionen will die Gemeinde ihren Bilanzfehlbetrag tilgen. «Das entspricht drei Steuerzehnteln, und eine alternative Finanzierung ist nicht vorhanden», so Born.

Für den Gemeinderat ist klar, dass das Projekt durch die Überarbeitung an Qualität gewonnen hat. «Zwar soll auf diesem Areal verdichtet gebaut werden. Uns wurde aber auch klar, dass das ursprüngliche Projekt sehr dicht war», sagt Bauvorsteher Josef Schmidli (CVP). Der jetzige Bebauungsplan sei ausgewogen, was Bauten und Grünfläche betreffe.

Auch die Anzahl Parkplätze wurde reduziert – für die rund 150 Wohnungen sind 100 bis 140 Parkplätze geplant. Ein Anliegen konnte gemäss Schmidli jedoch nicht erreicht werden: Gewünscht war eine Verkehrserschliessung von Norden her über die Oberhofstrasse. Die Wegrechte gehören jedoch Privatpersonen, die dies nicht erlauben. So kann die geplante Tiefgarage nun nur über die Oberhofstrasse Süd erreicht werden. 

Manuel Schneider von Losinger Marazzi findet ebenfalls, dass das Projekt durch die Überarbeitung gewonnen hat. Er kann schon einige Details zum geplanten Ausbau preisgeben: «Nach jetzigem Stand möchten wir nur Mietwohnungen erstellen.» Im ehemaligen Personalhaus sollen 1- bis 2,5-Zimmerwohnungen für Einzelpersonen entstehen. Die Wohnungen im Riegelbau sollen sich im mittleren Preissegment bewegen, jene in den Mehrfamilienhäusern werden bis zu 4,5 Zimmer gross sein und sich preislich «in der gehobenen Mittelklasse bewegen». 

Der weitere Zeitplan sieht vor, dass der Bebauungsplan nach der Auflage vom Einwohnerrat und schliesslich vom Regierungsrat genehmigt wird. So könnten im Sommer 2018 die ersten Baueingaben erfolgen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass einige Einsprachen eingehen und sogar das Referendum gegen den Bebauungsplan ergriffen wird. Bis zum tatsächlichen Bau der Neuschwand sind also noch einige Hürden zu nehmen.

Hinweis:

Von der Herdschwand zur Neuschwand: Die Meilensteine im Überblick »
Weitere Infos auf www.emmen.ch/neuschwand

Die Unterlagen zum Bebauungsplan Neuschwand liegen bis zum 14. April bei der Gemeinde auf. 

Im Bebauungsplan für das Herdschwand-Areal wurde der Umfang der Neubauten reduziert. Gemäss Gemeinderat ist die Qualität dadurch höher – die Gemeinde nimmt mit dem Verkauf aber weniger ein.


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