Parkplätze als Ebikoner Trumpf

EINKAUF ⋅ Um gegen die Mall of Switzerland zu bestehen, müssen Ebikoner Läden mit Autos erreichbar sein. Aber auch Ladenöffnungszeiten sind beim Gewerbe ein Thema.

12. März 2016, 05:00

Stefan Dähler

Noch ist das Ebikoner Zentrum der beliebteste Ort im Rontal, um einkaufen zu gehen. Doch wenn 2017 die Mall of Switzerland öffnet, gerät das Gewerbe unter Druck. Dies zeigt eine Studie, die Dr. Hans Naef von der Zürcher Gesellschaft für Standortanalysen und Planung AG im Auftrag der Rontaler Gemeinden erstellt hat (Ausgabe vom 16. Februar). Vor allem bei «Gütern des periodischen Bedarfs» – etwa Kleider, Schuhe, Papeterie- und Geschenkartikel – sei das Angebot in Ebikon eher ungenügend.

«Vorteil nicht verspielen»

Gemäss Naef haben die Geschäfte im Ebikoner Zentrum aber einen grossen Vorteil: Bei einer Bevölkerungsumfrage im Rahmen der Studie haben die Teilnehmer die Parkplatzsituation im Zentrum als positiv beurteilt. «Ebikon hat genug Parkplätze. Diesen Vorteil darf man nicht verspielen», sagt Hans Naef. Im Gegensatz dazu schätzt er die Zahl der Kundenparkplätze bei der Mall of Switzerland als ungenügend ein. Vorgesehen sind 1600 bei einer Ladenfläche von 46 000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Beim Emmen-Center sind es 2400 Parkplätze für insgesamt 30 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Zudem ist für die Zahl der Fahrten zur Mall eine Obergrenze vorgesehen (siehe Box). Naef zieht daraus folgenden Schluss: «Für Ebikon besteht die Hoffnung, dass die Leute weiterhin mit dem Auto aus den umliegenden Gemeinden kommen. Diese sollte man nicht vertreiben.»

Das sieht auch Beat Knapp, Präsident des Gewerbevereins Rontal, so: «An den Parkplätzen darf sicher nicht gerüttelt werden.» Die Parkplätze gar auszubauen, sei dagegen kaum möglich. «Der aktuelle Bestand dürfte aber ausreichen.»

600 Parkplätze im Zentrum

Während andernorts, beispielsweise im Krienser Schlund, der Verkehr begrenzt werden soll (Ausgabe vom 17. Februar), muss Ebikon gemäss Studie auf Autofahrer setzen. Die Zahl der Parkplätze zu halten, ist laut Gemeindepräsident Daniel Gasser (CVP) realistisch. «Je nach Entwicklung ist es möglich, dass an gewissen Orten Parkplätze verschwinden, dafür können andernorts neue entstehen. Das müsste man dann in den einzelnen Fällen verhandeln.» Derzeit existieren im Zentrum Ebikon 600 öffentlich zugängliche Parkplätze.

Auch auf der Flaniermeile, die entlang der Kantonsstrasse im Abschnitt von der Einmündung Schlösslistrasse bis zur Kreuzung Sonnenplatz entstehen soll, könnte es Parkplätze geben. Allerdings steht noch nicht fest, wie oder ob der Ausbau dieser Flaniermeile zu Stande kommt und wie viel diese kostet.

Schlechtes Image loswerden

Auch sonst soll das Ebikoner Zentrum aufgewertet werden. Die Gemeinde plant nun ein Mitwirkungsverfahren. Beat Knapp begrüsst dies. «Das Image von Ebikon ist geprägt von der unansehnlichen Kantonsstrasse.» Entlang der Flaniermeile «könnte man auch das gastronomische Angebot mit einer einladenden ‹Sommerbeiz› attraktiver machen.» Eine weitere Idee ist die Durchführung von Anlässen. «Möglich wäre beispielsweise eine Tischmesse, an der das Gewerbe sich draussen an einem Tisch präsentiert, oder ein Beachvolleyballturnier.» Ebikon dürfe nicht zur «Schlafgemeinde» werden, so Knapp.

Wichtig ist für den Gewerbevereinspräsidenten aber auch die Vereinheitlichung der Ladenöffnungszeiten im Zentrum. «Im Moment herrscht am Montagmorgen, Samstagnachmittag oder Freitagabend ein Wirrwarr.» Für die Kunden sei jedoch wichtig, Gewissheit zu haben, wann die Läden offen sind, wenn sie nach Ebikon kommen. «Hier muss noch eine Lösung her, bevor die Mall eröffnet wird», sagt Knapp. Er werde sich innerhalb des Gewerbevereins dafür einsetzen.

Grenze für Fahrten

Verkehr std. Für die Mall of Switzerland ist ein Fahrtenmodell geplant. 35 Prozent der Besucher sollen mit dem ÖV anreisen. Zulässig sind 8200 Autofahrten pro Tag – also 4100 Autos, die rein- und wieder rausfahren. Diese Zahl werde jährlich kontrolliert, sagt Nathalie Mil, Gebietsmanagerin Luzern Ost beim Gemeindeverband Luzern Plus. Bei Überschreitungen drohen den Mall-Betreibern sogenannte Penaltys. Wie diese genau aussehen, ist noch nicht klar. Möglich wäre beispielsweise eine Gebührenerhöhung oder eine Reduktion der Parkplätze. Eine Sofortmassnahme wäre zudem, die Schranken der Parkhaus-Ausfahrt zu schliessen. Diese könnte zur Anwendung kommen, wenn auf den Strassen rund um das Shoppingcenter eine Überlastung droht (Ausgabe vom 4. Juni 2014).


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