Patient bringt Ambulanz unter seine Kontrolle

LUZERN ⋅ Eine Fahrt in die psychiatrische Klinik St. Urban gerät ausser Kontrolle. Ein Patient greift zwei Rettungssanitäter an und setzt sich hinters Steuer. Die Polizei kann den 19-Jährigen stoppen.

09. Januar 2015, 12:37

Laut Angaben der Luzerner Polizei wurde eine Ambulanz am Freitagmorgen um 6 Uhr ins untere Seetal aufgeboten, um einen 19-jährigen Patienten wegen einer akuten psychischen Erkrankung in die psychiatrische Klinik St. Urban zu bringen.

Während dem Transport griff der Patient bei Hildisrieden plötzlich Fahrer und Rettungssanitäter an. Dabei wurden beide leicht verletzt. Laut Polizei-Communiqué gelang es dem Angreifer schliesslich, das Fahrzeug zu entwenden.

Ein Passant verfolgte das Geschehen und stellte sein Auto mit Anhänger vor die Ambulanz, um die Wegfahrt zu verhindern. Dem Patienten gelang es, das Auto mit der Ambulanz zu rammen und zu flüchten.

Auf der Fahrt in Richtung Sempach verlor der Patient die Kontrolle über das Auto, kam von der Strasse ab, beschädigte einen Zaun und blieb in der Wiese stecken. Dort konnte er von einer Polizeipatrouille festgenommen werden. Der Patient wurde mit einer weiteren Ambulanz und unter Polizeibegleitung in psychiatrische Pflege gebracht.

Polizei war vor Transport am Wohnort

Warum der Transport des Patienten zunächst ohne Polizisten durchgeführt wurde, ist unklar. Die Polizei sei am Wohnort des Mannes zugegen gewesen, sagte Günther Becker, Geschäftsleiter des Rettungsdienstes Seetal, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Frage würde nun abgeklärt.

Ob eine solche Einweisung unter Begleitung der Polizei stattfinde, werde jeweils im Einzelfall entschieden, sagte Becker weiter. Obschon es hin und wieder zu Aggressionen komme, habe der Rettungsdienst Seetal eine derartige Gewalttätigkeit noch nie erlebt.

Bei dem Zwischenfall erlitten die beiden Ambulanz-Mitarbeiter durch Schläge leichte Verletzungen unter anderem am Kopf, wie der Rettungschef sagte. Der Patient blieb nach Angaben der Polizei unverletzt. Am Ambulanzfahrzeug sowie am auf der Flucht gerammten Fahrzeug entstanden Sachschäden.

Der Rettungsdienst Seetal mit Sitz in Hochdorf betreibt rund um die Uhr zwei Ambulanzfahrzeuge. Die Firma beschäftigt zehn Festangestellte sowie 30 Freelancer.

rem/sda


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