Pfadi organisiert ihr grösstes Lager aller Zeiten

LUZERN ⋅ Gut 3300 Pfadfinder gibt es im Kanton Luzern. Nach über 60 Jahren sollen sie wieder gemeinsam in ein Sommerlager fahren – sofern die nötigen 500 Helfer gefunden werden.

09. Oktober 2016, 05:00

Sie muss gross sein, die Wiese, riesengross. Hunderte Zelte müssen darauf Platz haben – für rund 500 Helfer und bis zu 2000 Kinder und Jugendliche. «Es ist eine intensive Suche, für so viele Leute einen Lagerplatz zu finden», sagt Urs Stadelmann (27), Hauptleiter des Luzerner Kantonslagers LUpiter 18. «Per Satellitenbilder im Internet haben wir potenzielle Plätze ausfindig gemacht», sagt Stadelmann weiter, der in der Pfadi Taff genannt wird. Zwei Wiesen kämen in Frage. Eine sei in Schüpfheim, die andere in Escholzmatt. «Noch laufen Gespräche. Aber so wie es aussieht, können wir den Lagerplatz schon bald fixen.»

Vom 14. Juli bis zum 28. Juli 2018 will Stadelmann zusammen mit seinem Team das grösste Lager auf die Beine stellen, das die 32 Pfadiabteilungen im Kanton Luzern je gesehen haben. Seit Anfang Jahr laufen die Vorbereitungen für das Kantonslager – das erste seit über 60 Jahren. Am Pfadi-Forum vom 22. Oktober, zu dem alle Abteilungen eingeladen sind, will Stadelmann die Pfadfinder informieren.

«Es wird eine Riesenkiste», sagt Stadelmann. Der Hauptleiter, der dieses Amt mit seiner Kollegin Nora Peduzzi ausführt, rechnet damit, dass alle Abteilungen und weit über die Hälfte aller 3300 Pfadfinder im Kanton am Lager teilnehmen werden. Die Pfadis würden im Moment eine «super Phase» erleben. «Wir haben viele Mitglieder, und der Austausch unter den Abteilungen funktioniert bestens.» Es sei nun an der Zeit, vermehrt gemeinsame Sache zu machen.

Lager kostet mehrere hunderttausend Franken

Die Reise des Kantonslagers steht unter dem Motto «Planet LUpiter 18». Dieser macht Probleme und droht, das galaktische Gleichgewicht zu zerstören, so die fiktive Geschichte der Organisatoren. «Darum machen sich die Abteilungen aus den unterschiedlichsten Winkeln der Galaxis auf den Weg, um sich gemeinsam der Herausforderung zu stellen.» Doch bis die Pfadfinder in das weite Universum eintauchen, stehen Stadelmann und seinem Team Hunderte Stunden Arbeit bevor. Derzeit sind 20 bis 25 Personen in die Organisation involviert. Die zwei Hauptleiter führen ein Team von sieben Ressortleitern, die wiederum Helfer haben. «Am Ende brauchen wir 500 Personen, die im Lager mitwirken. Bislang haben wir diese nicht beisammen.»

Unklar ist auch die Finanzierung: «Bisher haben wir nicht viel Geld ausgeben müssen.» Aber das Lager werde sicherlich etwas kosten. Wie viel, sei noch unklar. Ein Sommerlager einer Abteilung kann laut Stadelmann gut und gerne rund 10 000 Franken kosten. Im Kantonallager 2018 werden wahrscheinlich alle 32 Abteilungen mit dabei sein – mehrere hunderttausend Franken wären dann das. Woher will man das Geld nehmen? «Einerseits müssen sich die Abteilungen an der Finanzierung beteiligen, andererseits suchen wir Sponsoren.» Für die Teilnehmer wiederum werde die zweiwöchige kantonale Veranstaltung nicht mehr kosten als ein «normales Sommer­lager» einer Pfadi. «Wir rechnen mit plus/minus 160 Franken pro Teilnehmer.» Diese Zahl sei aber nicht in Stein gemeisselt. Zuerst müsse man nun mit der Planung weiterkommen. «Da es in Luzern seit Jahrzehnten kein Kantonallager gab, müssen wir das Wissen von vorne aufbauen.» Dieses Know-how solle dann aber nicht so schnell wieder verloren gehen. «Es ist vorstellbar, dass ein Kantonallager im Turnus von 10 oder 15 Jahren durchgeführt wird», sagt Stadelmann. Und er fügt an: «Weitere 60 Jahre werden wir sicher nicht zuwarten.»

Hinweis

Mehr Informationen finden Sie in Kürze unter: www.lupiter18.ch

Christian Hodel


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