Platz im Unigebäude wird knapp

LUZERN ⋅ Mehr Studenten und eine neue Fakultät: Im Hauptgebäude der Uni und der Pädagogischen Hochschule wird es eng. Das Problem musste mit Sofortmassnahmen entschärft werden.

28. September 2016, 05:00

2011 wurde es eröffnet: das Gebäude der Universität Luzern und der Pädagogischen Hochschule (PH) neben dem Luzerner Bahnhof. Die Grundfläche des Hauptgebäudes entspricht rund sieben Fussballfeldern. Dennoch stossen die beiden Bildungsinstitutionen mit ihrem Platz an die Grenzen.

Seit der Eröffnung des Gebäudes ist die Zahl der Studenten der Uni und der PH um gut 760 Personen angestiegen – auf rund 4700 (Stand 2015). Zahlen zum aktuellen Semester liegen noch nicht vor. Klar ist aber, die Pädagogische Hochschule hat bei den Studenten erstmals die 2000er-Marke geknackt (Ausgabe vom 12. September). Auch die Zahl der Mitarbeiter hat zugenommen. Seit Semesterbeginn führt die Uni Luzern mit der Wirtschaftsfakultät ausserdem eine vierte Fakultät.

Arbeitsplätze wurden verdichtet

Hans-Rudolf Schärer, Rektor der Pädagogischen Hochschule Luzern, beurteilt die aktuellen Platzverhältnisse als «sehr eng». Laut der Uni Luzern kann der zusätzliche Raumbedarf für die Wirtschaftsfakultät mit mehreren Massnahmen gedeckt werden. Lukas Portmann, Kommunikationsbeauftragter bei der Uni Luzern, sagt: «Die Lehrräume werden intensiver genutzt, die Arbeitsplätze wurden verdichtet.» Ausserdem seien dreissig Arbeitsplätze an den Inseliquai, gleich neben der Uni, ausgelagert worden. Auch für die Studenten hat die Errichtung der vierten Fakultät Folgen. «Wir haben bei den Vorlesungen einen durchgehenden Zweistundentakt eingeführt.» Damit finden die Vorlesungen von 8 bis 20 Uhr und auch über den Mittag statt. Die Zeit zwischen 12 und 13 Uhr war bisher vorlesungsfrei. Ausserdem ist die Mensa neu von 11.30 bis 14.30 Uhr in Betrieb – eine Stunde länger als bisher. «Durch die bessere Verteilung ist genügend Platz für alle vorhanden», ist Portmann überzeugt.

Die PH rechnet durch die Eröffnung der Wirtschaftsfakultät mit geringen Auswirkungen. Sie hat im Hauptgebäude nach wie vor eines von vier Stockwerken belegt. «Der Start der Wirtschaftsfakultät hat somit keinen unmittelbaren Einfluss», sagt Hans-Rudolf Schärer. Inwieweit die neue Fakultät Folgen für die gemeinsam genutzten Räumlichkeiten wie die Mensa, die Bibliothek oder die grossen Hör­säle habe, werde sich zeigen, so der PH-Rektor weiter.

Auf zehn Standorte verteilt

Die PH ist derzeit in der Stadt Luzern auf zehn Standorte verteilt. Zu Beginn des Jahres mussten weitere Räume zugemietet werden. Seither gibt es an der Sagenmattstrasse zusätzlichen Platz für das Fach bildnerisches und technisches Gestalten. Dies brachte laut Schärer eine «beschränkte Entlastung». Vorausblickend sagt er aber: «Mittelfristig ist die räumliche Parzellierung auf zahlreiche Standorte unhaltbar.» Ein einziger, kompakter Standort sei unabdingbar für die Bildung einer institutionellen Identität. Auch für eine erfolgreiche Positionierung im Wettbewerb der Pädagogischen Hochschulen sei dies notwendig. «Zudem ermöglicht der Zusammenzug der Standorte in einem Gebäude eine erhebliche Senkung der Betriebs- und Unterhaltskosten», ist Schärer überzeugt. Aus diesem Grund hat die PH Luzern den Bau eines eigenen Gebäudes als strategisches Ziel für die nächsten zehn Jahre definiert, wie Schärer betont. Im Jahr 2011 sagte Hans-Rudolf Schärer noch: «Wir gehen davon aus, dass wir zehn bis fünfzehn Jahre in diesen Räumen bleiben können – oder auch noch länger.»

Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann räumt zwar ein, dass die Verteilung der PH auf zehn Standorte «betrieblich wie auch wirtschaftlich ungünstig ist». Er macht aber keine Angaben zum genauen Zeitplan. «Die weitere Planung ist Teil einer noch nicht verabschiedeten Strategie zur tertiären Bildung», sagt Baumann lediglich.

Die Uni Luzern rechnet laut Lukas Portmann damit, dass sie in den nächsten zwei bis drei Jahren mit dem Platz für die Lehrveranstaltungen im Wesentlichen auskomme. Dennoch sagt er: «Punktuelle Zumietungen für einzelne Lehrveranstaltungen könnten notwendig werden.» Die Uni geht künftig noch von einem moderaten Wachstum bei den Studentenzahlen aus. «In gewissen Studiengängen müssen wir aufgrund der demogra­fischen Entwicklung mit einer Stagnation oder gar mit einem Rückgang rechnen.»


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