Polizei findet tote Rentnerin und ihre Katze im Badezimmer

MALTERS ⋅ Der Grosseinsatz der Luzerner Polizei in Malters findet ein tragisches Ende: Polizisten stürmen die Wohnung, in der sich eine 65-jährige Frau 17 Stunden lang mit Waffengewalt gegen eine Hausdurchsuchung gewehrt hatte. Sie finden dort deren Leiche und eine tote Katze im Badezimmer.

Aktualisiert: 
10.03.2016, 17:00
09. März 2016, 12:45

Seit Dienstagnachmittag hatte sich eine 65-jährige Frau in ihrer Wohnung verschanzt. Einsatzkräfte hätten sie bei einer Hausdurchsungung heute Mittag tot aufgefunden. Ein Anwohner schildert die Geschehnisse. (Keystone, 09.03.2016)

Ein Grosseinsatz der Luzerner Polizei hat am Mittwoch, 9. März 2016, tragisch geendet. Dieser Einsatz war für die Luzerner Polizei kein einfacher. Polizeikommandant Adi Achermann spricht in unserem Video über diesen Einsatz. (Tele 1, 10.03.2016)

Die Polizei wollte in Malters am Dienstagnachmittag in einem Mehrfamilienhaus an der «alten Lochmühle» im Gebiet Allmend eine Hausdurchsuchung durchführen. Bei der zu durchsuchenden Wohnung fanden sie eine 65-jährige Frau vor, die sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte verschanzte. Sie weigerte sich massiv dagegen, dass die Beamten ihre Wohnung betreten. Ihr Sohn war zuvor wegen eines Drogenfalls verhaftet worden. Gegen den Sohn werde im Zusammenhang mit mehreren Hanfplantagen in den Kantonen Luzern, Zürich und Aargau ermittelt, sagte Daniel Eberle, Staatsanwalt des Kantons Zürich, am Mittwochnachmittag an einer Medienkonferenz vom Mittwochnachmittag.

«Die Frau hat mit der Drohung, auf die Polizisten zu schiessen oder sich das Leben zu nehmen die Hausdurchsuchung verwirkt», so Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei.

Stundenlang – auch während der Nacht – hätten die Beamten auf die Schweizerin telefonisch eingeredet und wollten sie zur Aufgabe bringen. «Sie ist uns aber ausgewichen, hat den Kontakt abgebrochen und keine Einsicht gezeigt. Die Verhandlungen blieben völlig ergebnislos», so Achermann weiter.

Um ihrer Drohung Nachdruck zu verleihen, zeigte sich die Frau am Dienstag gegen 17 Uhr am Fenster und schoss aus dem Fenster hinaus – auch in der Wohnung wurde ein Schuss abgefeuert. Weil die Frau mit diesem Verhalten eine erhebliche Gefahr für sich und andere darstellte, entschieden die Einsatzkräfte, die Wohnung am Mittwoch um 12 Uhr durch die Zentralschweizer Polizeisondereinheit Luchs stürmen zu lassen.

Zuvor wurden alle Hausbewohner und Nachbarn evakuiert und anderweitig untergebracht. Das etwas ausserhalb gelegene Gebiet um den Weiler Lochmühle wurde grossräumig abgesperrt, so auch die Luzernerstrasse. Die Frau habe sich in einem «eindeutigen psychischen Ausnahmezustand» befunden. Sie habe mehrmals Suizidabsichten geäussert und war aufgrund ihres Ausnahmezustandes für die Einsatzkräfte «völlig unberechenbar».

Frau erschiesst sich und ihre Katze

Als die Sondereinheit Luchs am Mittwochmittag die Wohnung stürmten, fielen zwei Schüsse. Als die Beamten die Wohnungstür aufbrachen und schliesslich die Wohnung durchsuchten, fanden sie die tote Rentnerin mit ihrer ebenfalls toten Katze am Boden im Badezimmer. Die Frau hat sich in den Kopf geschossen. Neben der Toten fand die Polizei die Tatwaffe, wie die Behörden am Mittwochnachmittag in einer Pressekonferenz mitteilen. Bei der Waffe handelt es sich gemäss der Polizei nicht um eine Armeewaffe, sondern um einen grosskalibrigen Revolver. Die Behörden gehen von einem Suizid aus. Bei der weiteren Durchsuchung der Wohnung stiessen die Beamten wie erwartet im oberen Stock der zweigeschossigen Wohnung auf eine mittelgrosse Hanfanlage.

Warum sich die Mutter des mutmasslichen Hanfanbauers in der Wohnung aufhielt, ist unklar. Wie die Behörden mitteilen, war die Frau nicht in der Wohnung gemeldet. Die Wohnung werde von ihrem Sohn gemietet. Ob dieser jedoch tatsächlich in der Wohnung lebt, oder ob es sich dabei um eine Wohnung zur Zucht seiner Hanfpflanzen handelt, ist noch unklar.

Der Einsatz der Luzerner Polizei wurde durch ein Rechtshilfegesuch der Zürcher Strafverfolgungsbehörden ausgelöst. Die Zürcher Behörden führen ein Verfahren gegen mehrere Personen wegen Zuwiderhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Frau war laut Angaben des Züricher Staatsanwaltes keine Beschuldigte im Verfahren gegen mehrere mutmassliche Drogenbauern gewesen.

Die Untersuchung führt die Staatsanwaltschaft Emmen. Die Luzerner Polizei wurde bei diesem Einsatz von anderen Polizeikorps unterstützt. Weiter stand der Rettungsdienst 144 im Einsatz. Zeitweise war am Mittwochnachmittag die Kantonsstrasse zwischen Malters und Schachen für den Verkehr gesperrt. Der Verkehr zwischen Schachen und Malters wurde über die Autostrasse umgeleitet.
 

Grosseinsatz der Polizei im Malters (Keystone, 09.03.2016)

Während einer Hausdurchsuchung im luzernischen Malters ist es vermutlich zu einem Suizid gekommen. Eine 65-jährige Frau hat sich kurz vor dem Eingreifen der Polizei erschossen. Seit Dienstagnachmittag verschanzte sie sich in ihrer Wohnung, drohte mit Waffengewalt und schoss aus dem Fenster. Als die Polizei heute Mittag in die Wohnung eintrat, konnte sie nur noch den Tod der Frau feststellen. Grund für die Hausdurchsuchung war eine Hanfplantage in der Wohnung. (Keystone, 9. März 2016)

(Guy Studer, 09.03.2016)

nop

Seit Dienstagnachmittag hatte sich eine 65-jährige Frau in ihrer Wohnung verschanzt. Einsatzkräfte hätten sie bei einer Hausdurchsungung heute Mittag tot aufgefunden. Ein Anwohner schildert die Geschehnisse. (Keystone, 09.03.2016)

Während einer Hausdurchsuchung im luzernischen Malters ist es vermutlich zu einem Suizid gekommen. Eine 65-jährige Frau hat sich kurz vor dem Eingreifen der Polizei erschossen. Seit Dienstagnachmittag verschanzte sie sich in ihrer Wohnung, drohte mit Waffengewalt und schoss aus dem Fenster. Als die Polizei heute Mittag in die Wohnung eintrat, konnte sie nur noch den Tod der Frau feststellen. Grund für die Hausdurchsuchung war eine Hanfplantage in der Wohnung. (Keystone, 9. März 2016)


Grosseinsatz der Polizei im Malters (Keystone, 09.03.2016)

(Guy Studer, 09.03.2016)




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