Die Begeisterung von Bruno «Nöggi» Koch reisst viele mit

EMMEN ⋅ Der Ur-Emmer Bruno «Nöggi» Koch erhält den Emmer Kulturpreis. Er ist Chorleiter, Musiker, Fasnächtler – und hat stets neue Ideen.

28. November 2016, 05:00

Morgen Dienstag um 19 Uhr ist es so weit: Die Gemeinde Emmen übergibt dem Ur-Emmer Bruno «Nöggi» Koch den Kulturpreis 2016. Er ist mit 3000 Franken dotiert und wird ihm für sein grosses kulturelles Engagement verliehen. Koch schuf sich einen Namen als Dirigent, Chorleiter, Vereinsgründer und Musiker in der Vereinswelt. Der Preis für herausragende kulturelle Leistungen in der Gemeinde Emmen wird zum fünften Mal vergeben.

Der waschechte Emmer «Nöggi» Koch ist sehr stolz auf diese Anerkennung. «Nie hätte ich damit gerechnet», sagt er: «Als mich Gemeinderätin Susanne Truttmann anrief, fiel ich aus allen Wolken.» Er sei «rüüdig» stolz. Dabei gehe es ihm nicht um das Preisgeld, vielmehr um die Ehre, die ihm erwiesen werde.

«Ich bin ein geselliger Typ»

Sein Hang zu Kultur sei ihm ein bisschen in die Wiege gelegt worden, erzählt der 60-Jährige. Er ist als jüngstes von fünf Geschwistern im Gersag-Quartier aufgewachsen. Da sei natürlich ständig etwas los gewesen. Schon als Bub sei er als Ministrant, Pfadiführer und Abteilungsleiter tätig gewesen. Die stärkste Verbindung habe er zu seinem mittleren Bruder gehabt, der leider vor 20 Jahren starb: «Mit ihm habe ich so vieles unternommen, und zusammen haben wir vor 40 Jahren die Guuggenmusig Gaugewäudler gegründet.» Der Tod seines Bruders habe ihn tief getroffen, doch mittlerweile sei er in der Lage, sich vor allem an den schönen Erlebnissen mit ihm festzuhalten.

Bruno Koch liebt Geselligkeit, sitzt gerne in einer fröhlichen Runde und liebt konstruktive Gespräche. Mittlerweile ist er vierzig Jahre mit seiner Frau Barbara verheiratet, hat zwei Söhne und eine Tochter. «Meine Frau ist ganz anders als ich, eher der ruhige Typ, aber sie lässt mir genügend Freiraum. Gerade das braucht es. Ohne sie hätte ich es vermutlich nicht so weit gebracht», ist er überzeugt. Die Familie ist dem Emmer, der von allen meist «Nöggi» genannt wird, sehr wichtig. Beide Söhne arbeiten mit ihm zusammen in seiner Firma, in der er als Maschinentechniker tätig ist. Laut Koch hätten sie den Hang zur Kultur vermutlich geerbt, denn sie seien, jeder auf seine Weise, ebenfalls in diversen Vereinen aktiv tätig.

Dass er morgen den Kulturpreis erhält, schreibt Koch vor allem seinem Wirken beim Männerchor Eintracht Emmenbrücke zu. Seit 40 Jahren ist er dort Mitglied, 20 davon als Dirigent. Einen grossen Erfolg feierte Koch mit seinem Programm «Querbeet» 2014. «Ich wollte neue Wege gehen und mal sehen, was herauskommt, wenn der Männerchor zusammen mit Frauen singt», erzählt er. Die Idee fand so viel Anklang, dass schliesslich 150 Sänger und Sängerinnen vier Mal ein Festzelt füllten. «Nebst den vielen tollen Kontakten und Freundschaften, die sich daraus ergaben, erhielt der Männerchor daraufhin gleich 17 neue Mitglieder», erinnert sich Koch.

«Uneingeschränkte Freude an meinem Tun»

Dass ihm die Ideen noch lange nicht ausgehen, beweist sein nächstes Ziel. 2020 will Koch anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Männerchors ein weiteres aussergewöhnliches Projekt auf die Beine stellen. Wie genau das aussieht, verrät er noch nicht. Dass Koch ausserdem Gründungsmitglied der ältesten Emmer Guuggenmusig Gaugewäudler ist, dort 15 Jahre als Tambourmajor tätig war und noch immer als Trompeter mit ihnen unterwegs ist, hat sicher auch zu seiner Nominierung beigetragen. «Irgendwie muss es schon auch ein bisschen an mir liegen. Vielleicht an meiner Begeisterungsfähigkeit, die ich auf meine Mitmenschen übertragen kann, und an meiner uneingeschränkten Freude an meinem Tun», stellt Bruno Koch fest.

Kochs Vorfreude auf die Preisverleihung ist gross. Was er mit dem Geld machen wird, weiss er noch nicht. Doch eines ist für ihn klar: «Ich werde einen Kulturpreistag veranstalten, an dem jeder kommen und mit mir anstossen kann», lacht er.

Hinweis

Die Verleihung des Kulturpreises findet morgen Dienstag um 19 Uhr im Akku an der Gerliswilstrasse 23 in Emmenbrücke statt.

Astrid Longariello


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: