Sie übten mit einer MP3-Datei

PERLEN ⋅ Wenn sich am Samstagabend der Vorhang zur Premiere des neuen Stücks «Die Frauen von Killing» im Theater Perlen öffnet, erlebt der Zuschauer einige Besonderheiten.

18. März 2017, 07:54

Die erste Überraschung wird sein, dass die ­Bühne bis auf ein paar Stufen nichts weiter aufweist. Daniela Lüten­egger Bürgler, die in Perlen das sechste Mal als Regisseurin engagiert wurde, erklärt die puristische Bühne: «Das Stück spielt in 23 Szenen an fünf Schauplätzen. Ich wollte keine störenden Umbauten. Bei so vielen Szenenwechseln hätte ständig etwas herumgeschoben werden müssen, doch diese Geschichte soll fliessen können.»

Je karger ein Bühnenbild ist, desto eifriger müssen die Figuren die Szenerie füllen. Dies gelingt den «Frauen von Killing» mit ihren grandiosen Kostümen, frechen Sprüchen und emotionalen Handlungen ausgezeichnet. Was bei den sieben Frauen zudem wie ein wortgewandtes Pingpong-Spiel wirkt, war harte Probearbeit, wie die Regisseurin erklärt: «Die Spielerinnen reden immer als Gruppe miteinander, jeder Einsatz muss da stimmen.» Selbst wenn nicht geredet werde, müsse die Figur präsent und stark in sich bleiben. Eine weitere Herausforderung liegt darin, dass die Frauen in der Handlung einen Chor bilden und für einen Liederabend üben. Dafür konnte der Theatermusiker Christov Rolla zugezogen werden, der mit den Frauen insgesamt fünf Lieder einstudierte. Er arrangierte unter anderem den «Kriminaltango» oder «Mackie Messer» neu und gab jeder Spielerin eine MP3-Datei mit nach Hause. «Sie mussten ihre Hausaufgaben machen und die Lieder daheim üben», blickt Daniela Lütenegger Bürgler auf die letzten Monate zurück. Das beherzte Frauenchörli macht aus der Kriminalkomödie ein beeindruckendes Theaterstück mit Gesang. Und natürlich darf auch viel und herzlich gelacht werden. (imy)

Hinweis

Heute Premiere um 20.15 Uhr. Weitere Aufführungen bis am 8. April im Gasthaus Die Perle, Perlen. Tickets: www.theaterperlen.ch oder Tel. 079 228 12 68.

 


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