So soll Ebikon künftig aussehen

VISION ⋅ Der Pfarreiheimplatz soll zur Flanierzone mit vielfältigem Angebot werden. Damit will die Gemeinde Ebikon der künftigen Konkurrenz der Mall of Switzerland entgegentreten.

09. November 2016, 05:00

Die Eröffnung der Mall of Switzerland im Herbst 2017 wird Auswirkungen auf das Konsumverhalten in den umliegenden Gemeinden haben. Das ergab eine von den Rontaler Gemeinden in Auftrag gegebene Studie (wir berichteten). Diese Marktverlagerung zur Mall betreffe besonders das Ebikoner Zentrum, denn dieses habe «Regionalversorgungscharakter für Ebikon und die umliegenden Gemeinden», teilte die Gemeinde Ebikon gestern mit.

Inzwischen hat eine Befragung in Haushalten stattgefunden. Gemäss Mitteilung der Gemeinde Ebikon ergab diese, dass nach der Eröffnung der Mall «zwar Güter für den täglichen Bedarf wie Lebensmittel von den Konsumenten weiterhin lokal in den einzelnen Gemeinden bezogen werden». Wenn aber jemand beispielsweise Kleider kaufen möchte, werde er dies künftig «mit grösserer Wahrscheinlichkeit in der Mall tun anstatt im Zentrum von Ebikon».

Bevölkerung will Zentrum nicht aufgeben

Deshalb hat die Gemeinde zusammen mit dem Gewerbeverein das Projekt «Zentrum Ebikon stärken» lanciert. Dazu fanden zwei öffentliche Mitwirkungsveranstaltungen statt. Dabei hätten die Teilnehmenden zum Ausdruck gebracht, «dass das Zentrum von Ebikon gestärkt werden soll», heisst es in der Mitteilung weiter. Gewünscht würden etwa «Begegnungsorte und attraktive Gastro- sowie Detailhandels­angebote» entlang der Kantonsstrasse und im Kirchenbezirk.

Eine Herausforderung dabei ist die Neugestaltung der Kantonsstrasse im Rahmen der vom Kanton ab 2019 geplanten Sanierung. In einem vom Kanton und von der Gemeinde Ebikon gemeinsam entwickelten Masterplan sind konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des Zentrums entlang der Kantonsstrasse vorgesehen.

Dabei ist auch der Abschnitt bei der Ladengasse beschrieben; hier soll die Kantonsstrasse K17 auf zwei Spuren reduziert werden. Auf der frei werdenden Fläche soll ein Boulevard mit Baumallee entstehen (wir berichteten). In dieser Begegnungszone könnte ein Einbahnregime gelten, so gäbe es Platz für Fussgänger, aber auch Parkplätze, Sitzbänke, Vitrinen oder Boulevardrestaurants. Wie dieser Bereich, aber auch der nahe gelegene Kirchenbezirk mit dem Pfarreiheimplatz beim «Löwen» künftig aussehen könnte, dazu hat die Gemeinde Ebikon einige Gestaltungsmöglichkeiten erarbeitet. Es handelt sich um Computervisualisierungen. Eine davon zeigt den Pfarreiheimplatz mit einem Strassencafé, Markständen sowie einem Pavillon für Events und Konzerte (siehe Bild oben).

Verkehr wird zentrale Rolle spielen

Dabei seien auch die Bedürfnisse aus den Mitwirkungsveranstaltungen berücksichtigt worden, sagt der Ebikoner Gemeindepräsident Daniel Gasser (CVP). Er betont: «Je konkreter wir die Bedürfnisse aus der Mitwirkung und die Vorschläge aus dem Masterplan verbildlichen, umso besser können wir diskutieren und damit die breite Akzeptanz für die Realisierung fördern.» Bei der künftigen Gestaltung des Zentrums Ebikon wird auch der Verkehr eine Rolle spielen. Für Gemeindepräsident Gasser ist klar: «Der Verkehr muss auch mit zwei Spuren bewältigt werden. Dazu laufen derzeit Verkehrsrechnungen mit Modellen.» Die Hoffnung der Gemeinde ist, dass der Verkehr künftig langsamer, aber dafür flüssiger durchkommt.
 

Info für Bevölkerung

Am Mittwochabend, 9. November, um 19.30 Uhr führt die Gemeinde Ebikon in der Aula Wydenhof eine Orientierungsversammlung durch. Dabei werden unter anderen die Visualisierungen der Kantonsstrasse und des Pfarreiheimplatzes präsentiert. Zudem informiert der Gemeinderat über die Geschäfte der nächsten Urnenabstimmung am 27. November. Unter anderem geht es um den Voranschlag 2017 mit einem Defizit von 1,65 Millionen Franken und die Fusion der Musikschulen im Rontal.
 

Hugo Bischof


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