Kampf um jeden Quadratmeter in Eich

IMMOBILIEN ⋅ Auf der Spillmatte, gleich neben der Autobahn A2, entstehen 18 preiswerte Wohnungen. Dazu braucht es aber Land vom Bund, Durchhaltewillen des Gemeinderats und noch einen Investor, sagt der Gemeindepräsident.
12. Januar 2018, 04:39

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

Das Thema ist so aktuell wie herausfordernd. Am 4. März stimmt die Bevölkerung im Kanton Luzern über die SP-Initiative «Zahlbares Wohnen für alle» ab. Sie will unter anderem den Kanton verpflichten, Grundstücke an gemeinnützige Wohnbauträger zu verkaufen. Das Problem: Bauland ist rar, sei es beim Kanton oder bei den Gemeinden. Dazu kommen strenge Raumplanungsgesetze, Neueinzonungen auf grünen Wiesen sind fast unmöglich.

Der Eicher Gemeindepräsident Reto Zbinden (FDP) kennt das Dilemma. «Das Bedürfnis nach preiswerten Wohnungen ist in Eich schon lange vorhanden. Das Problem ist das dafür benötigte Land», sagt er.

Vorkaufsrecht vereinbart

Immerhin: Nach jahrelangem Suchen ist der Gemeinderat fündig geworden. Nur gehört die betreffende Parzelle dem Bundesamt für Strassen. Noch. Es gibt eine Absichtsklärung, worin der Einwohnergemeinde Eich ein Kaufrecht eingeräumt wird. Der Preis beträgt laut Reto Zbinden 800 Franken pro Quadratmeter. Als Planungsperimeter wurden 3396 Quadratmeter definiert.

Die längliche Parzelle befindet sich unmittelbar beim Autobahntunnel. Und hat vier eingeladenen Architekturbüros wohl viel Kopfzerbrechen bereitet. Am besten gelöst hat die Aufgabe das Architekturbüro Dolmus Architekten aus der Stadt Luzern. Ausschlaggebend war die Anzahl von 18 Wohneinheiten, urteilte die Jury des Projektwettbewerbs im Schlussbericht vom 25. Oktober 2017. Damit könne der Kaufpreis für eine 5,5-Zimmer-Wohnung auf deutlich unter eine Million Franken gedrückt werden.

Laut Gemeindepräsident Reto Zbinden kann dank des speziellen Baugrunds auch die Tiefgarage, sonst ein teures Element einer Überbauung, günstig erstellt werden. Jetzt suche man den Bauträger, also einen Investor oder eine Genossenschaft. Interessenten gebe es bereits, die Gespräche würden im Februar aufgenommen.

Voraussichtlich kann das ganze Projekt erst im Herbst/Winter dieses Jahres den Eichern an der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. Baustart wäre frühestens im Frühjahr 2019. Die noch hängigen Beschwerden aufgrund einer neuen Berechnungsgrundlage, der Überbauungsziffer, tangieren laut Zbinden das Projekt nicht.

Dasselbe gelte für das Projekt Seepark, wo knapp 400 Meter südöstlich am Sempachersee Alterswohnungen geplant werden. Hier seien die Baurechtsverträge abgeschlossen.


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