St. Urban: Täter wird befragt

LUZERN ⋅ Der Mann, der in der Nacht auf Freitag in der psychiatrischen Klinik St. Urban einen Mitpatienten tödlich verletzt hat, ist in Haft.
16. April 2017, 15:28

Er wurde in einer spezialisierten Institution untergebracht, wie Polizeisprecher Kurt Graf am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Dort werde dafür gesorgt, dass er selbst und sein Umfeld sicher seien. Auch die medizinische Behandlung für den Mann sei gewährleistet.

Die Staatsanwaltschaft Sursee leitete bereits am Freitag eine Untersuchung ein. Befragungen des Angreifers und auch des Personals in der Klinik St. Urban sind geplant. Der Angriff war sehr überraschend erfolgt (wir berichteten).

Störung tritt nach traumatischem Erlebnis auf

Der Patient litt gemäss Chefarzt Julius Kurmann an einer Belastungsstörung. Eine solche wird von der psychologischen Fachliteratur nicht generell mit einer erhöhten Aggressivität in Verbindung gebracht. Ausgelöst werden diese Symptome durch traumatische Ereignisse. Die Erinnerung daran kommt bei den Betroffenen immer wieder hoch. Die Person vermeidet Situationen, die an das Trauma erinnern, und versucht in der Regel, damit verbundene Gedanken, Gefühle und Gespräche zu vermeiden.

Gleichzeitig fühlt sie sich von anderen Menschen isoliert und verliert das Interesse an Aktivitäten, die ihr zuvor Freude bereitet haben. Zudem sind mit der Störung oft Schlafstörungen, Reizbarkeit, Ängste, verbunden. Die Fähigkeit, positive Gefühle zu erleben, ist häufig eingeschränkt. Bei einer akuten Belastungsstörung setzen die Symptome bald nach dem Trauma ein, bei einer posttraumatischen Belastungsstörung dagegen treten diese manchmal Jahre später auf. (ber)

Video: Tödliches Drama in St. Urban: Klinikdirektor verteidigt Vorgehen

In der Nacht auf Freitag hat ein 33-jähriger Mann einen 85-jährigen Mitpatienten der Klinik in St. Urban tödliche Verletzungen zugefügt. Der Klinikdirektor erklärt das Vorgehen des Personals im Interview. (Tele1, 14. April 2017)




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