Staatsarchiv macht Handschriften online zugänglich

LUZERN ⋅ Das Staatsarchiv Luzern stellt eine Auswahl ihrer Handschriftenbestände aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit zur Online-Benutzung bereit.
13. April 2017, 10:58

Das Staatsarchiv Luzern stellt neu 16 wertvolle Handschriften aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit digital der Öffentlichkeit zur Verfügung. So zum Beispiel das älteste Bürgerbuch der Stadt Luzern aus dem Jahr 1357, die Reformationschronik des Hans Salat von 1517 bis 1534, der Schüpfheimer Codex aus dem 15. Jahrhundert oder auch das älteste erhaltene Jahrzeitenbuch der Benediktinerpropstei zu St. Leodegar, das im Jahr 1445 beginnt und bis 1691, in die Zeit des Kollegialstifts, reicht.

Von hohem kulturgeschichtlichem Interesse sind ein Rezeptbuch, das über Jahrhunderte bei der Luzerner Patrizierfamilie von Balthasar in Gebrauch stand, eine private Sammlung medizinischer Rezepte und Anleitungen von manchmal magischem Charakter sowie – als Kuriosität – eine Abschrift des sogenannten «Schlüssel Salomos». Hinter diesem Titel versteckt sich ein Zauberbuch, mit dessen Hilfe eine Gruppe Luzerner 1718 Geister beschwören und damit zu Reichtum gelangen wollte.
 
Diese alten Handschriften, die meist nur als originale Unikate vorhanden sind, konnten bislang aufgrund ihrer Empfindlichkeit höchst selten der Forschung zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zusammenhang bietet die Digitalisierung die Möglichkeiten, diese Schätze global zugänglich zu machen.
 
Schweizweit bereits 1700 Handschriften digitalisiert

Seit rund zwölf Jahren erschliesst das schweizerische Digitalisierungsprojekt «e-Codices» diese Handschriften digital. Gestartet wurde das Projekt mit den Beständen der Stiftsbibliothek St. Gallen. Heute hat sich das Projekt auf weitere Institutionen ausgeweitet, sodass mittlerweile deren 70 mit rund 1700 digitalisierten Handschriften beteiligt sind.

Der vorerst kleine Ausschnitt aus den Beständen des Staatsarchivs macht sichtbar, dass in Archiven nicht nur unspektakuläre Verwaltungsunterlagen aufbewahrt werden, sondern auch viele überraschende Stücke, die Forschenden aus aller Welt Einblick in die Luzerner Geschichte und die Vorstellungswelt unserer Vorfahren ermöglichen.

pd/mod


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