Studierenden-Verband kritisiert Finanzierung durch Dritte

LUZERNER WIRTSCHAFTSFAKULTÄT ⋅ Vier Millionen Franken hat die Universität Luzern für die neue Wirtschaftsfakultät beisammen. Zuwendungen stammen von Dritten und müssen erst ab 500'000 Franken offengelegt werden. Das sorgt beim Verband für rote Köpfe.
28. Juli 2016, 11:14

Die Universität gab am 27. Juli bekannt, dass sie genügend Drittmittel für die Finanzierung der neuen Wirtschaftsfakultät beisammen hat. Konkret sind dies etwas mehr als vier Millionen Franken, die mehrheitlich von Dritten stammen. Während dies bei der Schulleitung für Erleichterung sorgt, kritisiert der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) dieses Vorgehen.

«Hochschulen haben einen öffentlichen Auftrag, Studierende auszubilden und Forschung zu betreiben. Die Motive von privaten Geldgebern stimmen häufig nicht mit dem demokratisch legitimierten Auftrag der Hochschulen überein», schreibt der Verband in einer Mitteilung. Der VSS fordert allgemein, dass Hochschulen in erster Linie durch die öffentliche Hand zu finanzieren sind. 

Regelung «ist unzureichend»

Transparenz zu schaffen bezüglich der Herkunft und der Höhe der Drittmittel ist unabdingbar. Josef Stocker, Vorstandsmitglied des VSS, sagt: «Die derzeitige Regelung an der Universität Luzern, dass Drittmittel erst ab einer Höhe von 500'000 Franken offen gelegt werden müssen, ist unzureichend. Bereits kleinere Beträge können dazu führen, dass die Unabhängigkeit der Universität gefährdet wird.»

Keine finanzielle Hilfe vom Kanton erwartet

Der VSS rechnet angesichts der aktuellen Spar- und Abbauprogrammen im Kanton Luzern nicht damit, dass der Kanton in die Bresche springen würde, falls das angedachte Finanzierungsmodell nicht funktionieren würde. Das birgt die Gefahr, dass die anderen Fakultäten für die Finanzierung der Wirtschaftsfakultät bluten müssen. Der Verband fordert: Als Hochschulkanton müsse Luzern dafür sorgen, dass im Budget ausreichend Mittel für die Finanzierung der Hochschule, der Pädagogischen Hochschule und der Universität Luzern vorhanden sind.

pd/chg


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